2631477

Sparkassen: Breiter Einstieg in Krypto-Handel nicht geplant

15.12.2021 | 08:55 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Sparkassen schränken gegenüber PC-WELT die Berichte über die Pläne der Einführung von Krypto-Handel ein.

Update, 15.12.2021: Auf Nachfrage der PC-WELT bestätigt der Deutsche Sparkassen Verlag in einer Stellungnahme, dass man sich intern mit dem Thema Kryptowährung beschäftige (siehe in dieser Meldung weiter unten). Insbesondere damit, ob den Sparkassen-Kunden im kommenden Jahr eine Krypto-Wallet und begrenzter Krypto-Handel angeboten werden könnten. Andrerseits wird aber dementiert, dass ein breit angelegter Einstieg ins Trading mit Krypto-Währungen geplant sei. Die vollständige Stellungnahme des Deutschen Sparkassen Verlag:

 
"Krypto-Assets sind ein Phänomen, das immer mehr Menschen interessiert. Inzwischen besitzen bereits ca. 10 Prozent der Kunden von Sparkassen nach eigenen Angaben Krypto-Assets oder haben sich damit bereits auseinandergesetzt. So wie unsere Kunden, müssen auch wir uns damit auseinandersetzen.

Daher wird in der Sparkassen-Finanzgruppe in einem kleinen Team geprüft, ob es möglich ist, einem begrenzten Kundenkreis ein Angebot zu machen, mit dem Krypto-Assets sicher in einer Wallet verwahrt werden können. Es geht darum, höchstmögliche Sicherheit unter Beachtung sämtlicher regulatorischen Anforderungen anzubieten.  

Die Prüfungen sind völlig ergebnisoffen, auch weil die spekulativen Risiken, die mit Krypto-Assets verbunden sind, in alle Überlegungen mit einbezogen und für die Kunden abgewogen werden müssen. Ein breit angelegter Einstieg ins Trading mit Krypto-Währungen ist nicht geplant.

Ob sich die Sparkassen-Finanzgruppe mit dem Thema grundsätzlicher befassen wird, wird erst im kommenden Jahr entschieden. Das betrifft auch die Frage, ob wir zum Ergebnis kommen, dass eine Wallet-Lösung überhaupt in die Pilotierung geht." (Zitat Ende)
 

Meldung vom 14.12.2021: Die 50 Millionen Kunden der Sparkassen könnten im kommenden Jahr eine bequeme Möglichkeit erhalten, um mit Kryptowährungen wie dem Bitcoin zu handeln. Das berichtet jedenfalls exklusiv die Finanzwebsite FinanceFWD. Demnach bereiten die Sparkassen im Rahmen eines "Geheimprojekts" den Start eines solchen Dienstes im Jahr 2022 vor. Die Rede ist von einem "Service für Kryptowährungen", der geplant sei, wie gemeinsame Recherchen von Finance Forward, Finanz-Szene und Capital ergeben hätten.

Den Kunden wollen die Sparkassen den Plänen zufolge eine Krypto-Wallet anbieten. Allerdings stehe offenbar noch nicht fest, ob der Dienst wirklich an den Start gehe. In dem Bericht wird nämlich auch darüber spekuliert, ob dieses "Geheimprojekt" tatsächlich mal zur Realität wird. Wenn, so heißt es weiter, "wäre das ein Paukenschlag".

Sparkassen spielten Vorreiterrolle bei Apple Pay

"Welches enorme Schwungrad die Sparkassen loszutreten wissen, zeigte sich, als sie im August vergangenen Jahren als bis heute einziges hiesiges Geldinstitut die Girocard mit Apple Pay verknüpften", heißt es in dem Bericht. Innerhalb nur weniger Tage hätten damals über 500.000 Sparkassen-Kunden diese Funktion freigeschaltet und Wochen später meldete Apple 1,5 Millionen Sparkassen-Kunden, die Apple Pay bereits einsetzten. Das habe für einen Durchbruch von Mobile Payment in Deutschland gesorgt. Wir berichteten damals auch darüber.

Der Plan der Sparkassen könnte es nun sein, den Bitcoin zu den "Normalkunden" zu bringen. Für die Umsetzung des geheimen Projekts sei die "S-Payment"-Sparte des "Deutschen Sparkassenverlag" zuständig, die damals auch das Apple-Pay-Projekt realisierte. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Sparkassen es wirklich ernst meinen mit der Einführung des Krypto-Dienstes. Die "S-Payment"-Sparte entwickle unter anderem Zahlungsverkehrslösungen, auch, aber nicht nur für die Sparkassen.

Wie der Handel mit Kryptowährungen bei der Sparkasse funktionieren könnte

Es gibt auch schon Hinweise, wie der Handel mit Kryptowährungen für die Kunden der Sparkassen funktionieren könnte. Demnach sollen die Kunden ihre Bitcoins & Co. direkt über ihr Girokonto ansteuern dürfen. Beim Handel und beim Zugriff auf ihre Krypto-Wallet sollen die Kunden sich über ihre Girokonto-Zugangsdaten identifizieren können.

Offen bleibe aber die Frage, welche genauen Regelungen es geben wird, denn letztlich ist der Kauf von Kryptowährungen nichts anders als Spekulation. Zu einfach dürfte man es den Kunden nicht machen, denn es gehe nicht nur um regulatorische Fragen, sondern auch um Reputationsrisiken für die Sparkassen. Der Grund: Die Werte der Kryptowährungen unterliegen weiterhin hohen Schwankungen, sodass investiertes Geld auch schnell verloren gehen kann.

In dem Bericht ist die Rede davon, dass es eine Art "Eignungsprüfung" geben könnte, bevor Kunden mit Kryptowährung handeln dürfen. Hinzu kämen auch noch organisatorische Hürden. Der Bericht schließt mit der Vermutung, dass die ersten Sparkassen die Krypto-Wallet im Laufe des Jahres ihren Kunden testweise anbieten könnten.

Bitcoin Mining mit dem eigenen PC - so geht´s

PC-WELT Marktplatz

2631477