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Space X startet weitere 60 Satelliten für Überall-Internet

12.11.2019 | 15:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Space X hat ein zweites Mal 60 Kommunikationssatelliten für sein Überall-Internet Starlink, das die ganze Erde mit Internet versorgen soll, ins All geschossen.

Update 12.11.2019: Space X hat am 11. November 2019 mit einer Falcon-9-Rakete weitere 60 Starlink-Satelliten für den Aufbau eines globalen Internetzugangs ins All geschossen, wie space.com berichtet. Die neuen Satelliten fliegen anscheinend etwas tiefer als die ersten 60 ausgesetzten Satelliten, nämlich in rund 350 Kilometer Höhe. Update Ende

Am 24. Mai 2019 hatte es beim dritten Anlauf geklappt: Space X hat mit einer Falcon-9-Rakete die ersten 60 Starlink-Satelliten in einer erdnahen Umlaufbahn ausgesetzt , wie auch Elon Musk getwittert hat. Space X übertrug den Start in Echtzeit hier per Live-Stream. Teile der Trägerrakete kehrten wie geplant zur Erde zurück und können wieder verwendet werden.

Diese Kommunikationssatelliten bilden das Rückgrat für das neue Überall-Internet, das Musk aufbauen will, um die ganze Erde, also auch besonders abgelegene Regionen, mit einem Internetzugang zu versorgen. Diesen ersten 60 Satelliten - jeder einzelne wiegt 250 Kilogramm - sollen deshalb in den nächsten Jahren noch mehrere tausend weitere Satelliten folgen. Musk twitterte ein Foto, das die übereinandergestapelten Satelliten im Bug der Falcon-9-Rakete zeigt.

In der finalen Ausbaustufe sollen fast 12.000 Starlink-Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen um die Erde kreisen und die gesamte Erde mit Internet versorgen. Die US-Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission hat Space X den Start von zwei Gruppen von Satelliten genehmigt: Einmal insgesamt 4409 Satelliten und ein weiteres Mal 7518 Satelliten. Die Satelliten der zweiten Gruppe sollen die Erde niedriger - auf 335 km bis 346 km Höhe - umkreisen als die Satelliten der ersten Tranche, die zwischen zwischen 1110 und 1325 Kilometer hoch fliegen. Bis alle rund 12.000 Satelliten tatsächlich um die Erde kreisen, wird aber noch viel Zeit vergehen. Denn in den nächsten sechs Jahren will Space X zunächst einmal rund 6000 der genannten Satelliten ins All schießen.

Bis heute hat Space X gerade einmal zwei Testsatelliten für das Starlink-Projekt gestartet. Diese beiden mit den Spitznamen Tintin A und Tintin B bezeichneten Probanden sind 1,1 Meter x 0,7 Meter x 0,7 Meter groß und kreisen seit Februar 2018 um die Erde. Beide Satelliten sollen Musk zufolge einwandfrei arbeiten, obwohl beide in einer niedrigeren Umlaufbahn fliegen als ursprünglich geplant.

Die 60 Satelliten, die diese Woche ins All transportiert werden sollen, besitzen anders als die beiden Tintin-Satelliten bereits das finale Design, wie Musk erklärt. Allerdings sollen ihnen immer noch einige Details fehlen, die für ein hundertprozentiges Funktionieren erforderlich sind. So besitzen diese ersten 60 Satelliten zwar Antennen, um zur Erde zu funken, doch die Satelliten können nicht untereinander kommunizieren. Demnach soll es sich bei diesen 60 Satelliten eher um Demonstrationssatelliten handeln, mit denen das Aussetzen im All geprobt werden soll.

Der Start der Falcon 9 mit den 60 Demonstrationssatelliten ist für Mittwoch, 15. Mai 2019, von der Cape Canaveral Air Force Station  in Florida vorgesehen. Musk hält es für wahrscheinlich, dass viel bei diesem ersten Testlauf schiefgehen könnte. Zudem seien mindestens sechs weitere Starts von jeweils 60 Satelliten nötig, um wenigstens eine kleine Internetabdeckung zu erreichen. Und zwölf solcher Raketenstarts à 60 Satelliten seien laut Musk nötig für eine zumindest „moderate“ Abdeckung. Je nachdem, wie der erste Teststart abläuft, könnten 2019 noch zwischen zwei und sechs weitere Starts möglich sein.

Space X darf Satelliten für Überall-Internet ins All schießen

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