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Space Force: Donald Trump bringt Weltraum-Armee auf den Weg

20.02.2019 | 12:20 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

US-Präsident Donald Trump bringt die neue Space Force der US-Armee auf den Weg. Als Teil der US-Luftwaffe.

US-Präsident Donald Trump hat einen weiteren Präsidenten-Erlass zur neuen Space Force der US-Streitkräfte unterzeichnet. Demnach werden die neuen Weltraum-Streitkräfte doch keine neue selbstständige Teilstreitmacht der USA, sondern stattdessen der US-Luftwaffe unterstellt, wie The Verge berichtet.

Der jetzt unterzeichnete Präsidentenerlass ist bereits der vierte zur Space Force. Bisher hatte Donald Trump immer davon gesprochen, dass die Space Force die sechste Teilstreitkraft der USA werden soll und damit gleichberechtigt zu den bereits bestehenden Teilstreitkräften US Army (Heer), US Air Force (Luftwaffe), US Navy (Marine), US Marine Corps (Marine-Infanterie) und US Coast Guard (Küstenwache) existieren soll. Doch davon ist in dem neuen Erlass nicht mehr die Rede, die Weltraumkrieger müssen sich als eigener Teilbereich in die Luftwaffe einfügen. Das ist keineswegs abwegig, denn schon bisher war die US-Luftwaffe für die meisten militärischen Weltraumaktivitäten wie Start und Betrieb der Spionagesatelliten zuständig. Neben der Luftwaffe ist auch noch die Marine für einen Teil der militärischen Weltraumaktivitäten der USA verantwortlich.

Im Juni 2018 hatte Trump medienwirksam das Verteidigungsministerium (Pentagon) mit der Aufstellung der Space Force beauftragt. Damals wollte Trump die Space Force als sechste militärische Teilstreitkraft, wobei er betonte, dass die neue Space Force gleichberechtigt neben der Air Force existieren solle. Die USA wollen mit der Space Force das Weltall dominieren.

Dann machten sich die Zuständigen im US-Verteidigungsministerium Kopfzerbrechen über die konkrete Umsetzung und die Kosten von Trumps Idee. Denn der Aufbau einer weiteren Teilstreitkraft ist deutlich aufwändiger als nur die Einrichtung eines neuen Aufgabenbereichs innerhalb einer bereits existierenden Teilstreitkraft: Neue Uniformen, Verfahrenswege, Hierarchien und vermutlich Zehntausende neuer Mitarbeiter wären für eine sechste Teilstreitkraft erforderlich. Prompt machte sich das Web über Trumps Plan lustig.

Um eine neue Teilstreitkraft einrichten zu können, ist die Zustimmung des Kongresses erforderlich. Doch einige Abgeordnete hatten bereits ihren Widerstand dagegen angekündigt. Damit sich die Aufstellung der Space Force nicht weiter verzögert, kam die Regierung nun offensichtlich zu der Entscheidung, auf eine selbstständige sechste Teilstreitkraft zu verzichten und stattdessen die Space Force der Luftwaffe zu unterstellen. Der neu zu schaffende Unterstaatssekretär für die Space Force ( den der US-Präsident ernennt und der Senat bestätigt ) berichtet demnach an den Staatssekretär der Luftwaffe. Doch langfristig verfolgt die Regierung ihr Ziel, aus der Space Force eine eigenständige Teilstreitkraft zu machen, nicht aus den Augen.

Doch auch wenn die Space Force nun keine eigene Teilstreitkraft wird, so muss doch der Kongress für das Haushaltsjahr 2020 die finanziellen Mittel dafür bewilligen.

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