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So will Samsung seine Akkus sicherer machen

23.01.2017 | 14:29 Uhr |

Mit einem neuen Testverfahren für Akkus sollen Gefahren wie beim Galaxy Note 7 künftig vermieden werden.

Wie gefährlich und geschäftsschädigend fehlerhafte Akkus sein können, zeigte im vergangenen Jahr das Debakel um Samsungs Galaxy Note 7. Der Produktionsstopp und die gigantische Rückrufaktion kosteten den koreanischen Konzern fast fünf Milliarden Euro.

Neben den Gründen, die zu den brennenden Akkus geführt hatten , veröffentlichte Samsung heute auch Informationen zu einem neuen Testverfahren . Mit diesem sollen fehlerhafte Bauteile in Zukunft herausgefiltert und Design-Fehler frühzeitig erkannt werden. Das Testverfahren gilt für alle Lithium-Ionen-Akkus, die künftig in Samsung-Hardware verbaut werden.

Alle Akkus durchlaufen dabei einen 8-Punkte-Test. Einige der Punkte wurden bei Samsung zwar bereits getestet, laut dem Unternehmen nehmen sich die Mitarbeiter nun jedoch mehr Zeit und kontrollieren mehr Geräte genauer. Die internen Standards für die Sichtinspektion seien ebenfalls angehoben worden. Der 8-Punkte-Test umfasst:

1. Langlebigkeit: Der Akku wird einem Stresstest mit Überladung, Punktierung mit einem Nagel und extremen Temperaturen ausgesetzt.

2. Sichtinspektion: Die Batterie wird äußerlich inspiziert.

3. Röntgentest: Hier sollen Fehler im Inneren des Akkus gefunden werden.

4. Lade- und Entladetest: Bei diesem Stresstest sollen langfristige Schwachstellen gefunden werden.

5. TVOC Test: Bei diesem Check will Samsung sichergehen, dass der Akku nicht auslaufen kann.

6. Demontage: Hier überprüft Samsung die Isolierung und die Verbindungsnähte.

7. Nutzertest: Bei diesem Test wird eine intensive Nutzung des Akkus simuliert.

8. DelteOCV Test: Hier testet Samsung Änderungen bei der Stromspannung während der Produktion.

Der Lade- und Entladetest, der TVOC Test sowie der Nutzertest wurden bislang bei der Produktion nicht durchgeführt. Für zusätzliche Sicherheit bei Entwicklung und Produktion soll zudem ein neuer Akku-Beirat sorgen, der sich aus Akademikern der Universitäten Cambridge, Berkeley und Stanford zusammensetzt.

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