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So schnell surft Deutschland: Schneller Westen, lahmer Osten

20.12.2019 | 09:30 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wie heißen die Städte mit dem durchschnittlich schnellsten Internetanschluss? Wie groß ist die Stadt-Land-Kluft? Verivox hat dazu Zahlen veröffentlicht.

Das Internetvergleichsportal Verivox hat seinen Verbraucheratlas zur Internetversorgung in Deutschland veröffentlicht. Die darin genannten Werte sind zwar meist nur theoretische Höchstwerte der abgeschlossenen Verträge, eignen sich aber durchaus für einen orientierenden Vergleich.

Bei der durchschnittlichen Geschwindigkeit von Festnetzinternetzugängen (DSL und Kabel) liegen demnach die Städte Mannheim und Stuttgart vorn. In Mannheim betragen die durchschnittlich gebuchten Geschwindigkeiten 144 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), in Stuttgart sind es 140 Mbit/s. Deutlich langsamer surft man dagegen in den Großstädten in den neuen Bundesländern sowie auch in Bayern: In München sind es nur knapp 88 Mbit/s. Der bundesweite Durchschnitt bei den gebuchten Geschwindigkeiten liegt bei 104 Mbit/s. Vor drei Jahren waren es nur 47 Mbit/s im Durchschnitt.

Bemerkenswert ist das Gefälle zwischen dem Westen und Südwesten, wo man am schnellsten surft, und dem deutlich langsameren Osten (neue Bundesländer und Bayern). Hier macht sich der Unterschied zwischen großstädtischen Ballungsräumen und Flächenstaaten bemerkbar. Bei letzteren lohnt sich für die Provider der Ausbau der Internetverbindungen nicht so sehr wie in der Großstadt. Verivox formuliert das folgendermaßen: „Der Internetausbau in dicht besiedelten Regionen ist für die Anbieter lukrativer. Je geringer die Bevölkerungsdichte, etwa in ostdeutschen Flächenländern oder in Teilen Bayerns, desto höhere Kosten entstehen pro Kopf.“

Auch innerhalb eines Bundeslandes zeigt sich diese Stadt-Land-Kluft. Nehmen wir das Beispiel Bayern: Hier surft man in den Großstädten mit durchschnittlich 91 Mbit/s, Bewohner in Städten mit weniger als 100.000 Einwohner dagegen nur mit 86 Mbit/s. Wobei sich die Stadt-Landlücke in Bayern in den letzten Jahren verringert hat. Am höchsten ist der Unterschied dagegen in Sachsen: In den Großstädten liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 94 Mbit/s – außerhalb dagegen nur bei durchschnittlich knapp 30 Mbit/s.

Landbewohner müssen zudem für ihren Internetzugang im Durchschnitt mehr bezahlen, weil es auf dem Land weniger konkurrierende Anbieter gibt als in der Großstadt.

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