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So funktioniert SET

11.04.2007 | 12:50 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Alle gängigen P2P-Dienste nutzen bereits beim Download ein Verfahren, bei dem gleichzeitig Teile einer Datei heruntergeladen werden und diese am Ende dann zu der ganzen Datei zusammengefügt werden. Dennoch kann es zu einer niedrigen Download-Geschwindigkeit kommen, wenn nicht genügend Quellen zur Verfügung stehen.

Hier soll SET helfen. Als Beispiel nennen die Forscher den Download eines deutschsprachigen Films. Mit dem herkömmlichen System erfolge der Download über P2P mit großer Wahrscheinlichkeit nur von deutschen Download-Quellen, weil hier nur nach identischen Dateien gesucht werde. Mit SET könnten für den Download aber auch US-Quellen hinzukommen, denn der englischsprachige Film selbst ist identisch mit dem deutschsprachigen Film, nur die Audio-Spur unterscheidet sich. Letztere würde dann überwiegend von deutschen Quellen heruntergeladen werden, während der Film selbst überwiegend von US-Download-Quellen bezogen würde. Insgesamt würde die Anzahl der Quelle höher sein, wovon die Download-Geschwindigkeit profitiert.

SET unterteilt einen ein GB großen Download in 64.000 Teile á 16 KB. Die einzelnen Teile werden dann am Ende zusammengesetzt. Vor einem Download eines Teils sucht SET nach ähnlichen aber nicht identischen Dateien, die Teile enthalten, die identisch sind mit denen der gewünschten Datei. Die Forscher ließen sich dabei von dem Verfahren inspirieren, das bereits jetzt zur Identifizierung von Spam-Nachrichten eingesetzt wird.

In durchgeführten Tests konnte die Download-Geschwindigkeit von MP3-Dateien um 71 Prozent erhöht werden. Ein 55 MB großer Film-Trailer wanderte 30 Prozent schneller durch das P2P-Netzwerk.

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