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So erkennen Sie Tachobetrug beim Gebrauchtwagenkauf

17.05.2020 | 13:00 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Rund 3000 Euro mehr kostet ein Auto mit gefälschtem Tachostand. So erkennen Sie Tachobetrug beim Gebrauchtwagenkauf.

Nachdem die wegen der Coronakrise verhängten Ausgangsbeschränkungen zunehmend gelockert werden, belebt sich auch das Gebrauchtwagengeschäft wieder. Damit rückt wieder ein Problem in den Mittelpunkt, das seit Jahren die Gebrauchtwagenkäufer beschäftigt: Tachomanipulationen, um den Preis des Gebrauchten in die Höhe zu treiben. An jedem dritten in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen soll der Tacho manipuliert sein. Der falsche Kilometerstand führe pro Fahrzeug im Durchschnitt zu einer illegalen Wertsteigerung von 3000 Euro, wie der ADAC warnt.

Betrüger können die Tachometer moderner Fahrzeuge über verschiedene Wege fälschen: Über die OBD2-Buchse, über den Diagnosestecker des Tachos oder direkt auf dem Speicherchip des Tachos, um einige Beispiele zu nennen. Zwar werden die Kilometerstände in der Regel nicht nur im Speicher des Kombiinstruments abgelegt, sondern meist auf verschiedenen Speicherorten im Fahrzeug. Doch für versierte Betrüger mit der passenden Software stellt auch das kein Problem dar. Deshalb hat der ADAC eine Checkliste für Gebrauchtwagenkäufer zusammengestellt, um solche Betrügereien entdecken zu können. Wir haben die ADAC-Tipps noch um zusätzliche Hinweise erweitert.

  • Reparatur-Rechnungen, AU- und TÜV-Berichte, Tankbelege (bei Verwendung einer Tankkarte steht dort der Kilometerstand), Einträge im Inspektionsheft und Ölwechsel-Aufkleber bzw. -Anhänger auf Plausibilität überprüfen. Doch aufgepasst: Da modernen Autos ärgerlicherweise oft kein gedrucktes Inspektionsheft mehr beiliegt, sollten Sie versuchen, mit Hilfe der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN/VIN; diese steht zum Beispiel am Rand der Windschutzscheibe oder auf dem Rahmen unterhalb/neben des Beifahrersitzes sowie im Motorraum) bei einem Vertragshändler des ins Auge gefassten Modells dessen Reparaturhistorie samt dem jeweiligen Kilometerstand zu ermitteln.

  • Versuchen Sie, den Namen des Vorbesitzers nachvollziehbar zu erfahren und nehmen Sie mit diesem Kontakt auf und fragen Sie ihn nach dem Kilometerstand beim Verkauf. Den Namen finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil II.

  • Schauen Sie sich den Zustand des Fahrzeugs innen an. Durchgesessene Sitze, abgenutzte Pedale, ausgeschlagene Spurstangenköpfe und Bremsscheiben kurz vor der Verschleißgrenze passen nicht zu einem niedrigen Kilometerstand. Dabei sollten Sie aber auch das Nutzungsverhalten berücksichtigen, sofern es bekannt ist: Viel Kurzstrecke im Familieneinsatz strapaziert den Auto-Innenraum mehr als viel Langstrecke mit einem einzeln fahrenden Pendler an Bord.

  • Lassen Sie sich die „tatsächliche Laufleistung“  im Kaufvertrag mit konkreter Zahlenangabe schriftlich vom Verkäufer bestätigen. Vermeiden Sie unbedingt Formulierungen wie „Kilometerstand abgelesen“ oder „laut Tacho“.

Gegebenenfalls können Sie auch einen Gebrauchtwagen-Check in der Werkstatt Ihres Vertrauens oder in einem ADAC Prüfzentrum durchführen lassen.

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