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Handy auf dem Klo: Warum das nicht unhygienisch ist

04.07.2022 | 13:15 Uhr | Thomas Hartmann

Ein Professor für Mikro­bio­logie und Hygiene gibt Entwarnung: bei guter Handhygiene ist das Handy als Toilettenbegleiter gar keine so große Keimschleuder, wie manche denken.

Viele machen’s, aber manche reden nicht gern darüber, weil es einen gewissen ”Igitt”-Effekt zu haben scheint: das Handy für größere oder kleinere ”Geschäfte” mit aufs Klo zu nehmen. Nur selten liegen im Abort noch die früher verbreiteten Zeitschriften oder Comics bereit. Denn heutzutage nimmt man einfach sein Handy mit, das schließlich sehr viel mehr Möglichkeiten bietet als die klassische Lektüre, um was zu lesen oder auch zu spielen. Je nach individueller Verweildauer…

Aber muss es dann nicht vor Keimen auf dem Touchscreen und der sonstigen Oberfläche eines Smartphones nur so wimmeln? Diese Frage stellte Teltarif.de Markus Egert , Professor für Mikro­bio­logie und Hygiene an der Hoch­schule Furt­wangen. Seine Forschung hat demnach belegt, dass Smartphones gar keine so großen Keimschleudern sind. Allerdings soll man auf gute Hand-Hygiene achten.

Kein Platz für Keime

Der Touch­screen bietet nach den Worten von Professor Egert ”keine guten Lebens­bedin­gungen für Mikro­orga­nismen”, weil dieser sehr glatt, trocken und relativ nähr­stoffarm sei. Hängen bleiben eher ein paar Haut­schuppen oder etwas Fett. Außerdem würden wir unser Smartphone häufiger mal unbe­absich­tigt reinigen – etwa indem man es an der Hose oder am T-Shirt abwi­scht, wodurch Keime mecha­nisch entfernt würden. Auch ein bloßes Abwi­schen mit einem Mikro­faser­tuch – wie Apples Premium-Poliertuch für nur 25 Euro – könne schon 80 bis 90 Prozent der Mikro­orga­nismen entfernen.

Was nun speziell die Situation auf dem Klo betrifft, meint Egert in dem Interview: ”Das Entschei­dende sind Ihre Hände. Wenn Sie mit Händen, die durch Fäkal­bak­terien konta­miniert sind, an Ihr Smart­phone gehen, landen die natür­lich auch dort. Wenn Sie auf gute Hand­hygiene achten, sollte das aber nicht passieren.”

Dagegen sei die Situation beim Kochen viel kritischer, etwa beim Auftauen eines Hähnchens. Dass man das Smartphone dabei mit Lebensmitteln-Erregern kontaminiert, sei eine ernsthaftere Gefährdung. Auf einem Stück Fleisch würden nämlich Millionen bis Milliarden Keime pro Kubikzentimeter sitzen. Zudem nehme man zum Abschmecken auch mal den Finger in den Mund, was auf Toilette wohl nicht vorkommt.

Das Interview lässt sich mit weiteren interessanten Aspekten ohne Bezahlbarriere auf Teltarif.de weiterlesen.

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