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Smartphone-Frühling trotz Coronavirus

19.02.2020 | 11:29 Uhr |

Die Coronavirus-bedingte Absage des Mobile World Congress 2020 zwingt die Hersteller, ihre Pläne zu ändern. Das sind die Folgen für den Smartphone-Kalender.

Die Entscheidung der GSMA, die weltgrößte Mobilfunkmesse als Vorsichtsmaßnahme wegen der Coronavirus-Epidemie abzusagen , hat die Pläne vieler Smartphone-Anbieter durcheinandergebracht. Der MWC 2020 sollte vom 24. bis 27. Februar in der katalanischen Hauptstadt stattfinden, aber die meisten Pressekonferenzen waren wie jedes Jahr für das Wochenende davor, also den 22. und 23. Februar, und den ersten Tag der Messe geplant.

Zwar gab es einige Hersteller, die eine von der Messe unabhängige Launch-Veranstaltung planten. Da mit der Absage der weltgrößten Mobilfunkmesse auch die meisten Medienvertreter Barcelona fernbleiben, entschieden sich aber fast alle dafür, ihre Pläne zu ändern. Hier das Ergebnis.

MWC-Absage sorgt für Release-Verschiebungen

Der koreanische Hersteller LG hatte als einer der ersten Aussteller seine Teilnahme bereits einige Tage vor der offiziellen Ankündigung der GSMA abgesagt . Die für den MWC vorgesehenen Neuheiten, aller Wahrscheinlichkeit nach die Smartphones G9 ThinQ und V60, sollen nun später im März auf einer speziellen Veranstaltung vorgestellt werden.

Ähnliches plant auch Motorola mit seinen neuen Smartphones, die Lenovo-Tochter wollte Gerüchten zufolge im Rahmen des MWC das neue Moto Edge und das Moto Edge + präsentieren. Außerdem verpasst die Company mit der Absage der Messe eine wichtige Gelegenheit, das neue Falt-Handy Razr der breiteren Öffentlichkeit zu zeigen. Das Gerät wurde zwar schon auf der CES Anfang Januar gezeigt und in den USA bereits verfügbar, der Launch-Termin für Europa steht aber noch nicht fest.

Auch Marktprimus Samsung hatte die neue Galaxy S-Generation mit dem Galaxy S20, dem S20+ und dem Galaxy S20 Ultra, sowie das neue faltbaren Galaxy Z Flip bereits am 11. Februar auf dem eigenen Unpacked-Event vorgestellt. Den Koreanern entgeht jedoch ohne MWC eine hervorragende Gelegenheit, die neuen Geräte einem breiteren Publikum zu zeigen.

Streaming Events statt Mobile World Congress 2020

Einige große Namen der Branche haben es vorgezogen, an den für das Wochenende vor der Messe und den Messe-Montag geplanten Präsentationen festzuhalten, den Austragungsort dafür aber ins Web zu verlegen. Dazu gehört auch der japanische Anbieter Sony, der sein neuen Flaggschiff-Smartphone (Gerüchten zufolge Xperia 1.1 oder Xperia 2 genannt) am 24. Februar um 8.30 Uhr morgens im Livestream auf Youtube zeigen will. Außerdem wird das Mittelklasse-Smartphone Xperia 5 Plus erwartet.

Huawei und Honor sind trotz MWC-Absage vor Ort in Barcelona, verfolgen ansonsten jedoch eine ähnliche Strategie wie Sony. So beabsichtigt Huawei, am 24. Februar um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) vom italienischen Pavillon in Barcelona aus eine "virtuelle" Online-Pressekonferenz auszustrahlen, die auf Youtube angesehen werden kann und von regionalen Produktdemos für Journalisten in verschiedenen europäischen Hauptstädten begleitet wird.

Den bisherigen Gerüchten zufolge steht bei Huawei das Mate Xs im Vordergrund. Dabei soll es sich um eine aktualisierte und verbesserte Version des Smartphone-Tablet-Hybriden Mate X mit flexiblem Bildschirm handeln. Außerdem wird erwartet, dass die Chinesen eine Reihe neuer Mate-Book-Notebooks sowie das Tablet MatePad Pro zeigen. "Normale" Smartphones spielen vermutlich nur eine nachrangige Rolle, da Huawei Ende März eine eigene Veranstaltung für sein neues Flaggschiff P40 Pro plant.

Für das Abendprogramm am 24. Februar sorgt die Huawei-Marke Honor. Das Unternehmen wollte um 18.30 Uhr in Barcelona eine Pressekonferenz abhalten, um die europäische Version der Modelle View 30 Pro und 9X vorzustellen. Nach der Absage des MWC findet sie als primär virtuelle Konferenz im W Hotel in Barcelona statt, und wird per Livestream auf Twitter oder Youtube übertragen.

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