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Smartes Spielzeug spioniert Kinder aus

06.12.2016 | 14:03 Uhr |

Spielzeug-Roboter und Puppen zeichnen Gespräche im Kinderzimmer auf und schicken sie an die Server der Hersteller.

Immer mehr smartes Spielzeug hält Einzug in die Kinderzimmer. Die Plastik-Freunde mit Internet-Anbindung ermöglichen zwar ein neues Spielerlebnis, regen bei Datenschützern jedoch ernste Sicherheitsbedenken.

Mehr als 18 Datenschutz-Gruppen haben in den vergangenen Wochen Beschwerden bei der US Federal Trade Commission und der Europäischen Union gegen mehrere Spielzeughersteller eingereicht. So sollen die Produkte von Genesis Toys und dessen Partner Nuance, darunter i-Que und My Friend Cayla, die Stimmen der Kinder ohne Einwilligung oder Erlaubnis aufzeichen. Die Aufzeichnungen werden im Anschluss an die Server von Nuance weitergeleitet. Welche Sicherheitsmaßnehmen zum Schutz der Daten getroffen werden und was Nuance mit den gesammelten Aufzeichnungen macht, ist unklar.

Laut den Datenschützern werden die aufgezeichneten Gespräche nicht nur zur Verbesserung der smarten Spielzeuge eingesetzt. Die Datenbanken könnten auch an Polizeibehörden und Geheimdienste verkauft werden, warnen mehrere Datenschutz-Gruppen.

Genesis Toys muss sich außerdem den Vorwurf gefallen lassen, die smarten Spielzeuge nicht ausreichend vor Hackern zu schützen. Fremde Bluetooth-Geräte könnten sich ohne große Probleme mit den Puppen und Robotern verbinden, um so Gespräche im Kinderzimmer zu belauschen.

Weder Nuance noch Genesis Toys haben sich bislang zu den Vorwürfen geäußert. Unklar bleibt auch, ob die Federal Trade Commission und die Europäische Union die Sicherheitsbedenken für strengere Regelungen benutzen werden.Das Norwegian Consumer Council hat beide Spielzeuge auf Sicherheitslücken getestet und zeigt die Ergebnisse im folgenden Video.

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