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Smartcards speichern Vorlieben

24.09.2005 | 19:54 Uhr |

Smartcards speichern Vorlieben

Die Alltagstauglichkeit ist daher ein wichtiger Forschungsschwerpunkt im „Innovationszentrum Intelligentes Haus“ – so der vollständige Name des Duisburger Projekts. Seit drei Jahren erprobt hier das Fraunhofer Institut zusammen mit fast 20 Partnerfirmen, wie viel Praxiskomfort die Idee vom vernetzten Wohnen schafft. Gerade die Gerätesteuerung wirft noch Fragen auf. Wie viel Automatisierung ist sinnvoll? Wann wird die Bedienung zu kompliziert für die Bewohner? Mehr Komfort erhoffen sich die Forscher von Smartcards. Die Plastikkärtchen speichern in ihrem Chip alle Vorlieben eines Bewohners in Bezug auf das Ambiente. Egal, ob eine Party oder ein gemütlicher Fernsehabend geplant ist – es genügt, die passende Smartcard auf einen der Scanner zu legen, die unauffällig in Tische oder Regale integriert sind. Schon dosiert der Rechner das Licht, bringt die Gardinen in Position und sorgt für die richtige Temperatur.

Noch geht die Party nicht ab

Stimmungsvolle Musik oder das bevorzugte Fernsehprogramm startet auf diesem Weg aber noch nicht. Denn Audio- und Videogeräte sind zwar ins Haussystem integriert, aber einstweilen verweigert der Media Receiver des Inhaus-Partners Sony die Zusammenarbeit. Denn er gibt Musik, Bilder und Videos nur über die Sony-spezifische Vaio-Media- Software aus, die derzeit ausschließlich auf firmeneigener Hardware läuft. Das bedeutet für das vernetzte Haus: Badewasser einlassen geht von unterwegs, Fernsehaufzeichnung starten aber nicht. Die Lücke im Zusammenspiel zeigt, woran derzeit die intelligenten Häuser noch kranken: Die Geräte aus der Küche, dem Arbeitszimmer und der Unterhaltungselektronik sprechen noch keine gemeinsame Sprache. Ziel ist, alle Geräte in einem System zusammenzufassen und über eine Datenbrücke, das Residential Gateway, mit der Außenwelt zu verbinden. Das bereitet noch Schwierigkeiten, wie Tobias Groten einräumt, der seit fast drei Jahren selbst in einem voll vernetzten Hauses lebt. „Heutige Systeme sind allesamt zu teuer, kompliziert in der Einrichtung und zu unflexibel“, lautet sein Urteil. Die Folge: „Solche Systeme haben keine Zukunft und werden früher oder später verschwinden“. Aber die Zukunft ist nahe, und das Heil soll aus der Computerbranche kommen: „Bis die Computer- und Software-Hersteller eine Plattform schaffen, die für die Masse geeignet ist, dauert es keine zwei Jahre mehr“, meint der Tobit-Chef. Viktor Grinewitschus teilt den Optimismus und setzt auf die Open Services Gateway Intitiative ( www.osgi.org ): „Die nächste Generation von Residential Gateways arbeitet mit Osgi“, ist er überzeugt. Diese Plattform greift mit Hilfe der Programmiersprache Java auf alle fürs intelligente Haus benötigten Systeme zu und macht eine Vereinheitlichung überflüssig.

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