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Skype-Gespräche wurden in China ausgewertet

13.01.2020 | 16:18 Uhr | Denise Bergert

Zur Verbesserung des Messengers ließ Microsoft einem aktuellen Bericht zufolge, Skype-Gespräche in China auswerten.

Um ihre Sprachassistenten zu verbessern, setzen Hersteller wie Google, Microsoft und Apple nicht nur auf Machine-Learning-Tools, sondern lassen Gespräche, die mit Siri, dem Google Assistant und Cortana geführt wurden, auch von Menschen auswerten. Für diese Praktik gerieten die Unternehmen bereits vor einigen Monaten in die Kritik und gelobten Besserung.

Microsoft gerät beim Thema Datenschutz jedoch auch diese Woche wieder ins Visier. Wie ein Whistleblower der britischen Zeitung The Guardian verriet , ließ Microsoft nicht nur Gespräche mit Cortana in China auswerten, sondern auch Gespräche, die über den Messenger Skype geführt wurden. Der Whistleblower – einer von vielen Mitarbeitern, der mit der Auswertung betraut wurde – berichtet dabei von erschreckenden Zuständen. Um auf die mitgeschnittenen Gespräche zugreifen zu können, schickte Microsoft dem in China lebenden Briten einfach die Zugangsdaten im Klartext per E-Mail. Der Redmonder Konzern habe zudem für alle Mitarbeiter die selbe Login-Passwort-Kombination verwendet. Sicherheitsvorkehrungen bei der zur Auswertung verwendeten Rechner habe Microsoft ebenfalls nicht getroffen. Laut dem Whistleblower habe der die Skype-Gespräche teilweise bequem von seinem eigenen Rechner zu Hause analysieren dürfen.

Bei der Auswertung habe sich der Whistleblower Mitschnitte anhören müssen, bei denen beispielsweise Cortana fehlerhaft aktiviert wurde. Dabei sei er eigenen Angaben zufolge auf mehrere Fälle von häuslicher Gewalt gestoßen, auch vertrauliche Skype-Gespräche habe er mitgehört.

Konfrontiert mit dem Bericht des Guardian, versucht Microsoft zu beruhigen. Das Unternehmen habe diese Auswertungspraktik längst eingestellt. Die Analysen würden mittlerweile nur noch durch geschultes Personal und nicht mehr in China durchgeführt. Die Mitarbeiter würden die Auswertung zudem nur noch in Geschäftsräumen vornehmen. Ein Zugriff auf die Mitschnitte von ihrem Zuhause aus, sei nicht mehr möglich.

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