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Sicherheit

10.10.2012 | 15:22 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der NFC-Chip-Sticker für mpass
Vergrößern Der NFC-Chip-Sticker für mpass
© Hans-Christian Dirscherl

Der Zahlungsvorgang ist juristisch eine EC- beziehungsweise Kreditkartenzahlungen. Sie können also die gewohnte Sperrnummer anrufen, wenn Sie den Chip verlieren. Auch die Haftungsfrage ist genauso geregelt wie bei Abbuchungen per EC-/Kreditkarte. Somit bleibt als „Restrisiko“ nur die Frage, wie sicher oder unsicher NFC generell ist.

Angreifer, die einen NFC-Chip auslesen wollen, müssen ihrem Opfer sehr nahe kommen, um eine Verbindung zum NFC-Chip herstellen zu können – also beispielsweise sich in der U-Bahn dicht neben jemanden setzen, der in seiner Manteltasche einen NFC-Chip hat. Oder das Opfer anrempeln beziehungsweise umarmen. Dabei muss das versteckte Lesegerät des Angreifers aber bis auf wenige Zentimeter an den NFC-Chip rankommen. Bisher sind die Leseterminals noch so groß, dass sie in der Tasche eines Angreifers auffallen würden. Das wird sich aufgrund des technischen Fortschritts aber bald ändern. Man muss derzeit also abwarten, welche Sicherheitslücken bei der noch jungen und relativ unerforschten NFC-Technologie entdeckt werden. Auch bei Android und iOS hat es eine Zeitlang gedauert, bis die ersten Sicherheitslücken und Malware (bei Android) entdeckt wurden. Derzeit scheint NFC jedenfalls eine relativ sichere Technologie zu sein.

Sie besitzen bereits ein Android-Smartphone mit eingebautem NFC-Chip?

Pech gehabt, der eingebaute NFC-Chip hilft Ihnen bei mpass nicht weiter. Sie können diesen NFC-Chip nicht für das Bezahlen per mpass verwenden, sondern müssen zwingend den NFC-Sticker von O2 benutzen. O2 denkt aber bereits an ein Zahlungsmodell mit SIM-Karten, in die der NFC-Chip in einem geschützten Bereich integriert ist. Er darf nur ausgelesen, aber nicht beschrieben werden. O2 wollte sich auf Nachfrage der PC-WELT auf keinem konkreten Einführungstermin für diese SIM-Karten mit NFC-Funktionalität festlegen, aber in nicht mehr allzu langer Zukunft dürfte das Realität werden. Der derzeit erhältliche NFC-Sticker hat also Übergangscharakter.

Fazit

O2 führte uns das Bezahlen per mpass heute im O2-Store am Marienplatz in München vor. Alles ging flott über die Bühne, das Bezahlen per mpass ist bequem (wenn man einmal davon absieht, dass man sich eine weitere PIN merken muss), keine Frage. Allerdings steht und fällt der Nutzen mit der Verfügbarkeit von Geschäften, in denen man per mpass bezahlen kann. Und da sieht es derzeit mau aus: Kein einziges meiner Stammgeschäfte unterstützt laut mpass-Locator diese Bezahlmöglichkeit. Keines!
Zudem ist der Vorteil gegenüber dem Bezahlen mit EC-Karten nicht gravierend, so lange ich den Geldbeutel ohnehin mit dabei habe. Erst wenn ich auf den verzichten kann, macht mpass wirklich Sinn. Bis dahin ist es derzeit aber noch ein weiter Weg.

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