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Sexuelle Belästigung: Streik beim League-of-Legends-Entwickler

08.05.2019 | 11:37 Uhr | René Resch

150 Mitarbeiter bei Riot Games streiken zur Zeit. Grund dafür sind sexuelle Belästigungen und Diskriminierungen, auch aus der Chefetage.

Vor Kurzem wurde bekannt, dass einige Riot-Games-Mitarbeiter das Unternehmen unter Umständen bestreiken wollen. Wie Kotaku nun berichtete, wurde die Drohung nun in die Tat umgesetzt. 150 angestellte League-of-Legends-Entwickler und Entwicklerinnen legten dazu ihre Arbeit nieder und versammelten sich auf dem Parkplatz des Unternehmens in Los Angeles.

Grund dafür sind Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung und wie Riot Games mit den Klagen dagegen umgegangen ist. Eine Mitarbeiterin drohte sogar mit der Kündigung: „Ich kündige, weil ich niemanden sehen will, der von höher gestellten Leuten bei Riot beschützt wurde.“

Auch den Vorgesetzten bei Riot Games werden Vorwürfe gemacht, denn neben den Diskriminierungen aus dem normalen Arbeitsumfeld soll die Chefetage selbst an den Belästigungen beteiligt gewesen sein. Riot COO Scott wurde bereits im August 2018 für zwei Monate unbezahlt in den Urlaub geschickt, den Riot-Mitarbeitern ist das allerdings einfach zu wenig. Die anderen Klagen zweier Mitarbeiterinnen wurden mittels Schlichtung außergerichtlich beigelegt, allerdings nur durch eine Klausel in den Arbeitsverträgen. Diese Klausel ermöglicht Anzeigen gegen Riot in Fällen von Diskriminierung und unbezahlter Löhne abzuweisen.

Die Streikenden geben der Geschäftsführung bei Riot bis zum 16. Mai 2019 Zeit zu schlichten. Falls keine zufriedenstellenden Versuche unternommen werden, sollen weitere Schritte folgen.

Riot Games versuchte in einer Pressemitteilung schon vor dem Streik schlichtend auf die Mitarbeiter einzuwirken: „Sobald der laufende Rechtsstreit beigelegt ist, werden wir allen neuen Mitarbeitern die Wahl lassen, die obligatorische Schlichtung für individuelle sexuelle Belästigung und Ansprüche wegen sexueller Übergriffe abzulehnen. Dann werden wir uns auch verpflichten, eine entschlossene Antwort zu geben, indem wir den Bereich ausdehnen und dieses Ablehnung-Option auf alle Mitarbeiter ausweitet.“

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