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Schufa könnte an US-Finanzinvestoren verkauft werden

29.03.2021 | 15:51 Uhr | René Resch

Die Kreditauskunft Schufa könnte möglicherweise an Investoren unter anderem aus den USA verkauft werden. Damit würden die Bonitätsdaten Millionen Deutscher in das Ausland gelangen.

Die deutsche Kreditauskunft Schufa steht vielleicht vor einem Verkauf an Finanzinvestoren, wie Bloomberg berichtet. Schufa-Miteigentümer - darunter Deutsche Bank und Commerzbank - verhandel laut mit der Sache vertrauten Personen über einen Verkauf ihrer Anteile. Auch ein Komplettverkauf stehe demnach zur Debatte.

Die in Wiesbaden ansässige Kreditauskunft Schufa verwaltet Daten über die Kreditwürdigkeit von rund 70 Millionen Bundesbürgern. Die Schufa stellt eine Bonitätsauskunft zur Verfügung, etwa wenn Kunden eine Smartphone-Vertrag abschließen oder ein Auto finanzieren möchten.

Sensible Daten würden unter Umständen an Finanzinvestoren aus den USA gehen

Das Heikle an dem möglichen Verkauf: Die Auskunftei soll an Finanzinvestoren gehen, darunter an Private-Equity-Investoren aus den USA. Die Gespräche sollen mit dem amerikanischen Investoren Hellman & Friedman sowie EQT aus Schweden geführt worden seien. Von einem Wert von etwa 2 Milliarden Euro soll die Rede sein. Die Gespräche über den möglichen Verkauf sollen sich noch in einem frühen Stadium befinden.

"Private-Equity" ist der englische Begriff für Beteiligungskapital. Investoren wie Hellman & Friedman investieren also in Unternehmen, profitieren vom Gewinn und investieren damit in weitere Geschäfte - so der Optimalfall. In Deutschland werden Private-Equity-Investoren auch gerne umgangssprachlich als "Heuschrecken" bezeichnet, weil sie mitunter gesunde Firmen aufkaufen, diesen Schulden aufbürden und sie dann mit höchstmöglicher Rendite weiterverkaufen.

Datenschützer dürften wenig begeistert sein

Datenschützer dürften von dem Umstand, dass sensible Daten der Schufa an Private-Equity-Investoren aus dem Ausland gehen, alles andere als begeistert sein. Erst vor Kurzem hatten Datenschützer vor einem Verfahren der Schufa gewarnt, mit dem Kunden ihren Schufa-Score verbessern hätten können, sofern sie dem Institut Zugriff auf die eigenen Kontoauszüge gewährt hätten. Nach einiger Kritik stellte die Schufa das umstrittene Projekt "SCHUFA Check Now" ein: Gläserner Kunde: Schufa äußert sich zu umstrittenem Projekt .

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