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Sauerland: Pferd überträgt Daten schneller als Glasfaser

23.12.2020 | 09:29 Uhr | Thomas Hartmann

Sollte man die Datenübertragung künftig in PS messen anstatt in Gbit/s? Nicht wirklich, aber in Situationen im Sauerland mag dies doch eine brauchbare Alternative sein.

”Das Pferd schafft 4,5 GB in 105 Minuten”, heißt es in der Meldung bei Teltarif.de . Das ist definitiv schneller als die Internetverbindung, welche der Fotograf Klaus-Peter Kappest an seinem Heimatort Schmallenberg im Sauerland zur Verfügung hat. Schon im November zeigte er mit einem Experiment, wie das konkret aussieht. So schickte er zwei Reiter mit einer Daten-DVD, gefüllt mit etwa 4,5 GB an Bildern, zur Druckerei, die 10 Kilometer von seinem Haus entfernt liegt. Gleichzeitig übertrug er die Datenmenge über den Transferdienst Wetransfer zur Druckerei. Während das Pferd zur ”Übertragung” lediglich 104 Minuten gebraucht habe, benötigte der Transfer via Internet mehr als 5 Stunden. Klarer Sieger, die PS…

Mit dieser Aktion wollte Kappest demonstrieren, wie langsam die Internetverbindung an seinem Wohnort immer noch ist. Dazu habe er dem Webtransferdienst sogar ein paar Minuten Vorsprung gelassen. Als die Pferde schon längst im Stall zurück waren und versorgt wurden, dauerte es übers Internet immer noch eine  Stunde.

Trotz des vielen Geldes, das man im Hochsauerlandkreis für den Ausbau des Glasfasernetzes bereitgestellt habe, komme die Telekom, die dort zuständig ist, den Anforderungen nicht nach, so seine Botschaft.

Bis diese Nachricht die Runde machte, dauerte es freilich eine Weile. Sie wurde halt leider nicht per Pferd übertragen, sondern lief im Internet, könnte man einwerfen.

Doch inzwischen hat sich auch das Fernsehen dieser Geschichte angenommen. Das WDR machte daraus eine spannende Story unter dem Titel ”Pferd gegen Internet: Wer bringt Daten schneller?”. Die Sendung ist hier abrufbar .

Die Telekom hat den ”Zeitverzug bei den Tiefbauarbeiten für die Hauptkabeltrasse” inzwischen eingeräumt und versprochen, dass spätestens im Januar 2021 Abhilfe geschaffen werde – Herr Kappest könne dann seinen Glasfaser-Anschluss bei der Telekom buchen…

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