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Samsung-Smartphones sollen Daten an chinesische Firma schicken

10.01.2020 | 15:31 Uhr | Michael Söldner

Für das Auffinden unnützer Dateien auf Samsung-Mobilgeräten greift das Unternehmen auf chinesische Hilfe zurück.

Am 6. Januar sorgte der Post eines Nutzers auf Reddit für Aufregung. In seinem Post mit dem Titel Chinesische Spyware vorinstalliert auf allen Samsung-Smartphones  wollte kchaxcer das massenhafte Ausspähren von Nutzerdaten entdeckt haben. Konkret ging es dabei um die vorinstallierte App Device Care, die Daten an eine chinesische Sicherheitsfirma namens Qihoo360 versenden soll. Dies wurde bei der Überwachung mit dem Programm Wireshark ersichtlich. 

Der Device Care Storage Scanner sucht im Hintergrund nach nutzlosen Dateien, die sich entfernen lassen, um mehr Platz auf dem Smartphone oder Tablet zu schaffen. Da das Programm Zugriff auf die gesamten Daten des Mobilgeräts benötigt, könnten auch beliebige Daten an die chinesische Firma abfließen. Da Qihoo360 in der Vergangenheit schon durch eine Mitwirkung an nationalen Zensurbemühungen der chinesischen Regierung in die Schlagzeilen geraten war, ging der Reddit-Autor von einer Spyware aus. Nun hat Samsung zu den Vorwürfen Stellung bezogen : Demnach würden an Qihoo360 nur generische Informationen geliefert, die zur Optimierung des Speichers nötig wären. Dabei handle es sich um die Android-Version, das Gerätemodell, dessen Speicherausstattung und weitere Daten. Qihoo360 würde daraus eine Referenzbibliothek erstellen, mit der sich unnötige Dateien auf dem Smartphone aufspüren lassen. Diese Bibliothek sei nur lokal auf dem Gerät gespeichert. Qihoo360 würde nie Daten erhalten, mit denen sich der Nutzer oder sein Gerät identifizieren lassen. Ob sich vorsichtige Nutzer von diesen Erklärungen beruhigen lassen, bleibt allerdings abzuwarten.

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