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Russland stellt erste Überschallwaffe in Dienst

30.12.2019 | 09:20 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Russland hat die neue Überschallwaffe Awangard in Dienst gestellt. Sie kann konventionelle und nukleare Sprengköpfe ins Ziel tragen und soll sich von Flugabwehr nicht stoppen lassen.

Russland hat die Einsatzbereitschaft seiner schon seit längerer Zeit entwickelten neuen strategischen Überschallwaffe gemeldet, wie augengeradeaus berichtet. Das neue Waffensystem soll sich laut russischen Angaben von herkömmlichen Raketenabwehrsystem kaum abwehren lassen.

Seit dem 27. Dezember 2019 soll das erste russische Regiment mit den neu entwickelten Hyperschall-Gleitern einsatzbereit sein. Die neuen Waffen sind im Raum Orenburg zirka 1230 km südöstlich von Moskau und relativ nahe an der Grenze zu Kasachstan stationiert. Das Regiment gehört zur Raketendivision Yasnenskaya.

Das neue Waffensystem trägt den Namen Awangard/Avangard. Die Awangard-Raketen können sowohl konventionelle als auch nukleare Waffen transportieren.

Diese Raketen sollen mit 27facher Schallgeschwindigkeit fliegen, wie Stars and Stripes berichtet. Das wären über 33.333 Kilometer pro Stunde. Doch nicht nur ihre enorme Geschwindigkeit soll es der Flugabwehr fast unmöglich machen, diese Flugkörper abzufangen. Denn anders als bei klassischen ballistischen Raketen soll sich bei der Avangard die Flugbahn während des Flugs durch die oberen Schichten der Atmosphäre noch verändern lassen. Damit lasse sich die Flugbahn und das Ziel der Rakete für Verteidiger kaum voraussagen und es sei kaum möglich eine derartige Rakete während es Flug abzuschießen.

Avangard muss während des Flugs Temperaturen von um die 2000 Grad Celsius aushalten. Vermutlich werden die Avangard-Waffen von Interkontinentalraketen vom Typ RS-18B (Nato-Code-Name: SS-19) gestartet.

Auch die Volksrepublik China soll mit Überschallwaffen experimentieren, diese sollen angeblich mit fünffacher Schallgeschwindigkeit unterwegs sein. Auch die USA arbeiten an Überschallwaffen. Die USA machen sich außerdem Gedanken um die Abwehr derartiger Waffen. So könnten im Weltall stationierte Frühwarnsysteme derartige Überschallwaffen besonders früh erfassen und damit deren Abwehr möglich machen. Außerdem wäre es denkbar die Raketenabfangsysteme im All zu stationieren, damit diese die Interkontinentalraketen bereits kurz nach dem Start zerstören können.

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