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Rückruf: VW Bus muss in die Werkstatt wegen falscher Abgaswerte

31.01.2020 | 12:40 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Kraftfahrtbundesamt zwingt Volkswagen zum Rückruf von fast 30.000 Exemplaren seines beliebten Modells VW Bus. Wegen Überschreitung der Euro-5-Stickoxid-Grenzwerte. Diese Modelle sind betroffen.

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) muss weltweit 29.381 Exemplare seines beliebten Modells „VW Bus“ (den VWN unter unterschiedlichen Verkaufsbezeichnungen wie Multivan, Caravelle oder Transporter sowie als California auch als Camper unter die Leute bringt) wegen zu hohen Schadstoffausstoßes zurückrufen. In Deutschland sollen 8730 Fahrzeuge deswegen die VW-Werkstätten aufsuchen müssen.

Konkret müssen 29.381 T5 und T6 (so die werksinternen Kürzel zur Unterscheidung der einzelnen Generationen dieses Fahrzeuges; beim T5 handelt es sich streng genommen nur um den T5.2; der T5.1 mit 5-Zylindermotor und Euro-4-Einstufung ist von dem Rückruf nicht betroffen) in die Werkstätten, die zwischen 2009 und 2016 gefertigt wurden. Wichtig: Es handelt sich dabei ausschließlich um Fahrzeuge, die von dem 140-PS-Dieselmotor (103 kW; Motorbezeichnung: EA189 – der berüchtigte Diesel-Skandalmotor) angetrieben werden und über ein DSG-Automatikgetriebe (Bezeichnung: DQ500) verfügen und mit den Abgasstufen „EU5mod“ oder „EU5J“ klassifiziert sind. Andere Motorisierungen oder Handschalter sind von dem Rückruf nicht betroffen, wie das Fachportal kfz-betrieb.vogel.de schreibt.

Der Rückruf wird vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) überwacht. Er trägt die KBA-Referenznummer 8215 und datiert vom 24.01.2020. Der Hersteller-Code der Rückrufaktion ist 37L8. Diesen Eintrag müssen betroffene Halter nach Durchführung des Rückrufs in ihrem digitalen Wartungsheft beziehungsweise als Aufkleber im Fahrzeug vorfinden.

Der überwachte KBA-Rückruf trägt diese Bezeichnung: „Konformitätsabweichung führt zur Überschreitung des Euro-5-Grenzwertes für Stickoxide.“ Im fünften Jahr nach Aufdeckung des Dieselskandals möchte man darüber den Kopf schütteln, dass immer noch Fahrzeuge auf die Straßen kommen, deren Stickoxidausstoß über den gesetzlichen Grenzwerten liegt. Allerdings ist die technische Ursache dieses Mal ein andere: VWN hat anscheinend keine Abschaltvorrichtung eingebaut – wie es beispielsweise VW beim Golf VII gemacht hat und wie es noch immer viele andere Automobilhersteller aus Inland und Ausland machen – sondern stattdessen soll eine Neuprogrammierung des Getriebe- und/oder Motorsteuergerätes das Problem lösen und dafür sorgen, dass die betroffenen T5 und T6 die vorgeschriebenen Abgaswerte einhalten. Denn beim Abgastest führt der VW Bus den Beschleunigungsvorgang von 100 km/h auf 120 km/h nicht im sechsten, sondern im siebten Gang durch. Das führt zur Überschreizung der Stickodix-Grenzwerte. Eine Neuprogrammierung des Getriebesteuergeräts und teilweise des Motorsteuergeräts soll dieses Verhalten ändern, wie kfz-betrieb.vogel.de erläutert.

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