2204741

Robotergesetz: Haftpflicht und Sozialabgaben für Roboter

23.06.2016 | 10:25 Uhr |

EU-Parlamentarier wollen für autonome Roboter neue Regeln schaffen: Sozialversicherungspflicht, Haftpflichtversicherung und sogar eine neue Rechtskategorie vor Gericht.

Roboter haben längst den Bereich Industrie als Einsatzbereich verlassen und drängen mit Macht in die privaten Haushalte. Sie falten und glätten Hemden, tanzen zum Vergnügen ihrer Besitzer, lassen sich verschlucken, lernen voneinander, lösen den Zauberwürfel schneller als jeder Mensch, fahren sogar Wände senkrecht hoch, trinken mit ihrem Besitzer um die Wette und sorgen in den eigenen vier Wänden für Unterhaltung. Ja, sie schieben sogar Wache in Einkaufszentren. Selbst Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk will Haushaltsroboter bauen.

Doch wenn autonom agierende Roboter bald zu unserem Alltag gehören, dann bedarf es gesetzlicher und versicherungsrechtlicher Regelungen. Darüber denkt nun die EU nach, wie die Welt berichtet. Das Europäische Parlament hat dazu eine Empfehlung an die EU-Kommission aufgesetzt, in der es um neue zivilrechtliche Regelungen für Roboter geht.Sie können diese Empfehlungen hier nachlesen.

Sollten diese Empfehlungen tatsächlich in ein Gesetz einfließen, so wäre das das erste Robotergesetz für Europa. Es soll der stark wachsende Zahl an Robotern Rechnung tragen und zum Beispiel deren Folgen für die Sozialversicherungssysteme und den Arbeitsmarkt abfedern (wenn Roboter zunehmend Arbeit erledigen, die bisher von Menschen gemacht wird). Von Sozialabgaben auf Roboter ist sogar die Rede. Laut der Bundesagentur für Arbeit könnten in Deutschland nämlich drei bis vier Millionen Arbeitsplätze zumindest zu 70 Prozent von Robotern übernommen werden.

Außerdem beschäftigen sich die Parlamentarier mit der Frage, was passiert, wenn die Roboter mit ihrer künstlichen Intelligenz bald intelligenter als Menschen sind. Die EU-Parlamentarier wollen deshalb dafür sorgen, dass die Roboter “in den Dienst der Menschheit gestellt“ werden. Die Abgeordneten denken sogar darüber nach neben den im Rechtswesen bereits existierenden „natürlichen“ und „juristischen“ Personen eine weitere Kategorie einzuführen: Die "elektronische Person". Sie soll ebenfalls mit Rechten und Pflichten ausgestattet werden und für durch sie verursachte Schäden haften müssen.

Weiter heißt es, dass die Roboter unter dem Begriff "intelligente Roboter" registriert und von einer "Europäischen Agentur für Robotik und künstliche Intelligenz" überwacht werden sollen. Die Besitzer von intelligenten Robotern sollen sogar für jeden einzelnen autonomen Roboter eine Versicherung abschließen müssen, damit dadurch verursachte Schäden abgedeckt sind.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2204741