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Ring Door View Cam: Neue Video-Türklingel für Mieter

02.07.2019 | 15:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ring verkauft eine neue Überwachungskamera beziehungsweise Video-Türklingel. Die Ring Door View Cam ersetzt in der Wohnungstür einen vorhandenen Türspion und soll sich damit bestens für Mieter eignen, die keine baulichen Veränderungen an ihrer Wohnung vornehmen dürfen.

Die Zielgruppe der seit kurzem erhältlichen kabellosen Video-Türklingel Ring Door View Cam für 199 Euro sind vorrangig Bewohner von Mietwohnungen, weil die Installation des Systems kein Bohren in Türen oder Wände benötigt und somit keine bleibenden Spuren hinterlässt. Hierzu entfernen Sie den bisherigen Türspion und bringen stattdessen die Ring Door View Cam samt Akku und Blende an.

Danach steht Ihnen eine intelligente Sicherheitskamera zur Verfügung. Die Ring Door View Cam besitzt eine Klingel, auf die Besucher drücken können. Sie können dann auf dem Smartphone ein Live-Bild samt Ton aufrufen um mit Ihrem Besucher zu sprechen. Zusätzlich werden Sie über einen Klopfsensor informiert, wenn jemand an der Tür klopfen sollte. Die Video-Türklingel bietet darüber hinaus Bewegungserkennung, Gegensprechfunktion, Schnellwechsel-Akkupack, Nachtsichtfunktion und nimmt Videos mit 1080p auf.

Die Stromversorgung der Ring Door View Cam kommt von dem Akku. Sie können die Überwachungskamera auch per Sprachbefehle an Alexa bedienen („Alexa, zeige mir die Haustür"). In den Einstellungen können Sie festlegen, dass die Kamera bestimmte Bereiche nicht aufnehmen soll. Live-Ton sowie die Audio-Aufzeichnung können auch deaktiviert werden. Über die integrierte Glasoptik kann die Door View Cam aber nach wie vor wie ein herkömmlicher Türspion genutzt werden.

Problem: Privatsphäre und Datenschutz

Eine Kamera, die durch die Wohnungstür ins Freie, also in den öffentlichen Raum, filmt, ist aus Datenschutzgründen grundsätzlich bedenklich. Das gilt ganz besonders für eine Kamera wie die Ring Door View Cam, die laut Hersteller explizit für Mietwohnungen gedacht ist. Mieter wohnen meist in Häusern mit mehreren Parteien. In einem typischen Mietwohnungshaus bedeutet das also, dass die Ring Door View Cam ein Treppenhaus filmt, das auch Menschen aus anderen Haushalten und Fremde nutzen. Wir stellten Ring deshalb einige Fragen zum Datenschutz.

Muss die Hausverwaltung bzw. der Hauseigentümer der Anbringung einer Kamera, die ins Treppenhaus filmt, zustimmen?
 
Ring: "Es liegt in der Verantwortung der Nutzer, sich beim Anbringen einer Ring Door View Cam (und anderer Ring Produkte) an geltendes Recht zu halten. Wir raten den Nutzern, die integrierten Features der Ring Produkte zur Wahrung der Privatsphäre Ihrer Nachbarn oder Besucher zu nutzen. Zum Beispiel bietet die Door View Cam Privatsphäre-Einstellungen. Hier lassen sich gezielt bestimmte Bereiche im Sichtfeld der Kamera schwärzen. Außerdem kann die Aufzeichnung von Ton deaktiviert werden."
 
Zeichnet die Kamera durchgehend (24h/7Tage) das Geschehen vor der Tür auf oder startet sie die Aufzeichnung erst, wenn a) der Bewegungssensor eine Bewegung erkennt b) geklingelt wird c) der Kopfsensor ein Klopfen erkennt?

Ring: "Sobald der Bewegungssensor eine Bewegung erkennt, die Klingel betätigt wird oder ein Klopfen registriert wird, sendet die Kamera eine Benachrichtigung an ihren Besitzer. Dieser kann dann den Livestream aktivieren und die Person vor der Tür sehen und mit ihr sprechen. Ein optionales Ring Protect-Abonnement ist notwendig, um Videoaufnahmen zu aktivieren und später einsehen zu können. Sofern ein Ring Protect-Abonnement abgeschlossen wurde, beginnt eine Aufzeichnung jedoch erst, wenn eines der besagten Ereignisse eintritt. Hierzu gibt es in der Ring App entsprechende Einstellungsmöglichkeiten, in denen sich unter anderem die Bewegungserkennung deaktivieren lässt."
 
Müssen Hinweisschilder vor der Tür angebracht werden, die auf die Aufzeichnung hinweisen? Liegen solche Aufkleber bei?

Ring: "Auch hier liegt es in der Verantwortung der Nutzer, sich an geltendes Recht zu halten. Wir raten den Nutzern aller Ring-Produkte, die in den Verpackungen beigelegten Aufkleber zu verwenden, um ihre Nachbarn und Besucher auf die mögliche Video- und Audio-Aufzeichnung hinzuweisen."
 
Wo stehen die Amazon-Server, auf denen die Filmaufnahmen gespeichert werden? In Deutschland oder in den USA? Entsprechen diese explizit diese der DSVGO?

Ring: "Da Ring Protect von Benutzern weltweit verwendet wird und um die bestmögliche Erfahrung und Sicherheit zu gewährleisten, speichern wir die Videos, auf die Abonnenten zugreifen können, auf sicheren AWS-Servern in den USA gemäß unserer EU / Swiss-USA Privacy Shield-Datenschutzrichtlinie. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Ring hat Maßnahmen ergriffen, um die Gewährleistung der DSGVO sicher zu stellen. Anm. der Red.: Welche Maßnahmen das sind, erklärt Ring nicht."

PC-WELT rät: Informieren Sie vor der Installation der Kamera alle anderen Mieter in Ihrem Haus und holen Sie deren Zustimmung ein. Gegebenenfalls sollten Sie auch die Hausverwaltung in Kenntnis setzen.

Preis: Die Ring Door Video Cam ist ab sofort zu einem Preis von 199 Euro erhältlich.

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