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Razzia bei Youtuber nach Homeschooling-Angriffen

28.01.2021 | 15:25 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Polizei hat in Bayern eine Razzia bei einem Youtuber durchgeführt, der Online-Unterricht massiv gestört hat.

Bei einem Youtuber in Augsburg (Bayern) hat die Polizei am Mittwoch eine Razzia durchgeführt. Der 21 Jahre alte Mann soll sich einen unberechtigten Zugriff auf Homeschooling-Unterrichtsstunden verschafft haben. Dabei habe er dann den Unterricht gestört und die Mitschnitte seiner Taten auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht. Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg teilt am Donnerstag mit, das die Ermittlungen aufgenommen worden seien, nachdem eine Mittelschule im Unterallgäu am 22. Januar eine Anzeige erstattet hatte.

Der Youtuber habe die digitalen Unterrichtsstunden „mehrfach massiv mit lauter Musik, Gesängen, Zwischenrufen und Provokationen gegenüber Lehrern“ gestört, so dass kein geregelter Unterricht mehr möglich gewesen sei. Die dabei aufgezeichneten Videos seiner Aktionen, lud der Youtuber auf seinem Kanal hoch, wobei auch „unerlaubt gefertigte Aufnahmen der betroffenen Lehrer“ gezeigt wurden.

An die Zugangsdaten für die Homeschooling-Angriffe soll der Youtuber gelangt sein, indem er seine Nutzer dazu aufgefordert hatte, sie ihm zukommen zu lassen. In diesem Zusammenhang werde unter anderem gegen einen Schüler der 9. Klasse der betroffenen Schule ermittelt.

In der Vergangenheit sei der Youtuber bereits durch andere Prank-Videos aufgefallen. Die ermittelnden Beamte kamen dem Youtuber nach „akribischer Auswertung“ der auf Youtube veröffentlichten Inhalte auf die Spur.

Gegen den Youtuber läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen „Störung des Online-Unterrichts“. Die Razzia wurde am 27. Januar 2021 in Augsburg durchgeführt. Dabei wurden der Computer und die Mobiltelefone des Verdächtigen sichergestellt. Die darauf befindlichen Daten werden nun ausgewertet.

Konkret wird dem Youtuber die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes in mehreren Fällen vorgeworfen. Gegen den 14-jährigen Schüler der neunten Klasse, dessen Smartphone ebenfalls beschlagnahmt wurde, wird wegen der Weitergabe der Zugangsdaten ermittelt. Im Rahmen eines Jugendstrafverfahrens wird ihm wohl mindestens die Beihilfe vorgeworfen werden. 

Im Zusammenhang mit dem Fall teilt die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg abschließend mit:

Der Fall zeigt, dass die Grenze vom harmlosen Schülerstreich zur ernsten Straftat schnell überschritten ist. Wegen der überragenden Bedeutung des Online-Unterrichts in Pandemiezeiten werden entsprechende Fälle von der Zentralstelle Cybercrime Bayern und den bayerischen Polizeidienststellen sehr ernst genommen und mit Nachdruck verfolgt, was der schnelle Ermittlungserfolg in Schwaben zeigt.

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