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Ransomware: Angriffe auf Schulen und Stromversorger

26.07.2019 | 11:24 Uhr | René Resch

Nach Ransomware-Attacken ruft Louisiana den Notstand aus. In Johannesburg sitzen Kunden eines Stromversorgers im Dunkeln.

Der Gouverneur des US-Bundesstaat Louisiana, Job Bel Edwards hat einen landesweiten Notstand ausgerufen, nachdem mehrere lokale Regierungsbehörden von einer Ransomware infiziert und lahmgelegt wurden. Dabei traf es hauptsächlich Schulsysteme.

„Der Staat wurde auf einen Malware-Angriff auf einige Schulsysteme in Nordlouisiana hingewiesen, und wir koordinieren seitdem geeignete Maßnahmen“, sagte Edwards und weiter: "Deshalb haben wir die Cyber Security Commission gegründet, die sich auf die Vorbereitung, Reaktion und Prävention von Cybersicherheitsangriffen konzentriert. Wir sind gut gerüstet, um lokale Behörden bei der Bekämpfung dieser aktuellen Bedrohung zu unterstützen.“

Durch die Notstandsregelung kann die Regierung des US-Bundesstaates schnelle und direkte Maßnahmen anfordern. Der Gouverneur kann so auch Gelder umschichten und freigeben, ohne dass erst ein Haushaltsbeschluss vorliegen müsste. Ähnliche Gesetze werden sonst nur bei Naturkatastrophen oder ähnlich schlimmen Vorfällen in Kraft gesetzt. Zudem erlaubt die Regelung, dass dem US-Bundesstaat IT-Sicherheitsabteilungen der Nationalgarde oder Experten des Heimatschutzministerium den Betroffenen zur Hilfe eilt. Die Infektion findet mitten in der heißen Phase der Vorbereitungen auf das neue Schuljahr statt, darum müsse rasch gehandelt werden.

Ransomware-Attacke auf Stromversorger in Johannesburg

Nicht nur die USA sind betroffen. Im südafrikanischen Johannesburg traf eine Ransomware-Attacke die Dienste des Stromversorgers CityPower, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Der Virus verschlüsselte demnach Datenbanken, Anwendungen und das Konzern-Netzwerk. So ist die Unternehmens-Webseite des Stromversorgers nicht mehr erreichbar und Kunden können aktuell die Dienste des Versorgers nicht mehr in Anspruch nehmen.

Dabei sind die Systeme der Stromversorgung durch die Ransomware gar nicht direkt betroffen. Viele Kunden sind aber trotzdem aktuell ohne Stromversorgung, da es nicht möglich ist die Prepaid-Stromkonten zu füllen. Sobald das Guthaben verbraucht ist kappt der Versorger den Strom.

Auf Twitter bestätigte City Power den Vorfall und entschuldigte sich bei seinen Kunden. Die IT-Abteilung sei bereits dabei, die Schäden schnellstmöglich zu beheben.

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