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RTX-3080-Abstürze: Board-Partner und Nvidia reagieren

29.09.2020 | 13:42 Uhr | René Resch

Board-Partner und Nvidia haben auf die Probleme mit den neuen GPUs reagiert. So möchten Board-Partner wie etwa EVGA auch die besseren MLCC-Kondensatoren verbauen, Nvidia hat einen neuen "Game-Ready"-Treiber, der das Problem beheben soll, ins Rennen geschickt. Auch "der8auer" hat sich mit dem Thema, in einem ausführlichen Youtube-Video befasst.

Update vom 29. September 2020: Der Overclocking-Spezialist Roman "der8auer" Hartung hat sich mit der Kondensator-Thematik in einem Youtube-Video nun ebenfalls befasst. In seinem Video bestätigt er den Unterschied von den POSCAPs zu MLCCs. Allerdings ist der Unterschied nicht so riesengroß wie anfangs angenommen.

Thema wird heißer gekocht als es ist

Hartung sagt in seinem Fazit, dass am Ende der Endkunde hier, wie so oft, als Betatester herhalten musste. Die Probleme hätten durch eine längere Test-Phase für die Board-Partner wohl umgangen werden können. So hätten es bei betroffenen Custom-Karten wohl schon gereicht die Boost-Rate um etwa 20 - 30 MHz zu verringern oder eben direkt die besseren MLCCs zu verbauen.

Seiner Meinung nach wird das Thema deutlich dramatisiert, kritisiert Nvidia aber auch für sein voreiliges Vorgehen zur Einführung der neuen Karten. Das spiegele sich auch in der geringen Verfügbarkeit der GPUs.

Board-Partner äußern sich, Nvidia bietet neuen Treiber

Board-Partner EVGA hat in seinem offiziellen Forum mit einem Statement reagiert. EVGA ging dabei, wie von Roman Hartung angesprochen, ebenfalls auf die geringe Testphase ein und wird seine Auslieferungs-Karten nun teils mit den besseren MLCC-Kondensatoren ausstatten. Ein Statement von Zotac wird heute noch erwartet.

Auch Nvidia selbst hat reagiert und seinen neuen "Geforce Game Ready"-Treiber 456.55, der das Problem beheben soll, veröffentlicht. In einem ersten Test stellte PCWorld fest, dass Spiele wie "Horizon Zero Dawn", die mit der Treiber-Version 456.38 von Nvidia noch konstant abstürzten, mit dem neuen Treiber nun stabil liefen. Nvidia hat den Boost-Takt im Treiber nun etwas runtergeschraubt. Die Karte stürzte ab einem Takt von 2025 MHz ab, mit dem neuen Treiber boostet die Karte nun nur noch bis maximal 2010 MHz und läuft dabei stabil.

Der Test wurde spannenderweise mit der "EVGA RTX 3080 FTW3"-Testkarte mit dem alten "all-POSCAP-Design" durchgeführt. Wie bereits angedeutet und von EVGA im Statement bestätigt, wird diese beim Endkunden letztendlich mit den zum Teil besseren MLCCs bestückt ankommen - auch wenn die Testkarte mit dem neuen Treiber nun problemlos läuft.

Direkt zum "Geforce Game Ready"-Treiber 456.55 von Nvidia

News vom 28. September 2020 - Geforce RTX 3080: Nutzer kämpfen mit Abstürzen: Besitzer von verschiedenen Custom-Karten der neuen GTX 3080 berichten vermehrt über Abstürze in Spielen, darunter Nutzer in Foren von LinusTechTips, Overclockers.co.uk, Nvidia oder ComputerBase.

So boosten die Karten in Spielen bis auf 2040 MHz, was in Default Settings deutlich zu hoch ist – die Spiele crashen daraufhin. Bei den Betroffenen Karten handelt es sich um die MSI Geforce RTX 3080 OC sowie die RTX 3080 Trinity von Zotac.

Billige Komponentenwahl einiger Hersteller

Auch die Webseite igor’sLAB befasste sich mit den Abstürzen und schaute sich dazu verschiedene Karten an. Dabei geht die Seite von einer „falschen Komponentenwahl“ bei einigen Herstellern aus. So werden etwa anders als die Founders-Edition von Nvidia einige Custom-Karten, wie etwa Zotacs Trinity-Variante mit sogenannten „Conductive Polymer Tantalum Solid Capacitors“ (POSCAPs) ausgestattet. Die Founders-Edition von Nvidia setzt dabei auf hochwertigere MLCC-Gruppen aus 10 Einzelkondensatoren und auch Karten von Asus wie die Geforce RTX 3080 TUF Gaming OC setzt auf ein Design mit MLCC-Gruppen, ist dabei sogar mit 12 Spannungswandlerkreisen ausgestattet.

Nach Ansicht der Seite, stehen die günstigeren POSCAPs dabei im Verdacht, mit den hohen Boost-Taktraten Instabilitäten aufzuweisen. Mit dem Thema befasste sich auch der Hardware-Youtuber "JayzTwoCents" in einem ausführlichen Youtube-Video:

Negatives Offset schafft Abhilfe

Die Frage nach dem zu hohen Boost-Takt bleibt allerdings weiterhin bestehen. Dies könnte Nvidia unter Umständen mit einem Treiberupdate beheben. Besitzer der Karten haben sich in der Zwischenzeit selbst geholfen und betreiben die Karte mit einem negativen Offset von rund 100 Mhz. Mithilfe des Tools MSI Afterburner 4 können die Taktraten der Ampere-Karten mühelos angepasst werden.

Ausführlicher Test der neuen Nvidia-Ampere-Karten

Ausführliche Informationen und technische Details zu den neuen Geforce-Karten RTX 3070, 3080 und 3090 von Nvidia erhalten Sie in unserem großen PC-WELT-Artikel:

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