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RTX 3070 Ti enttäuscht im Test: Geringer Performance-Zuwachs teuer erkauft

09.06.2021 | 15:00 Uhr | Sebastian Schenzinger

GeForce RTX 3070 Ti heißt Nvidias jüngster Zuwachs zum Ampere-Lineup. Die GPU soll nicht nur die große Performance-Lücke zwischen der RTX 3070 und der RTX 3080 schließen, sondern auch als Gegenspieler zu AMDs Radeon RX 6800 fungieren. Unser Testfazit fällt recht ernüchternd aus: Die Grafikkarte ist mehr oder weniger überflüssig.

Mit der GeForce RTX 3070 Ti bringt Nvidia nur eine Woche nach der RTX 3080 Ti ( zum Testbericht ) am 10.06.2021 das nächste Ampere-Modell auf den Markt. Die Grafikkarte ist in der oberen Mittelklasse angesiedelt und soll in erster Linie QHD-Gamer ansprechen. Mit der neuen GPU will Nvidia die doch recht große Performance-Lücke zwischen der RTX 3070 ( zum Testbericht ) und der RTX 3080 ( zum Testbericht ) schließen. Im gleichen Zug soll die RTX 3070 Ti mit AMDs Radeon RX 6800 ( zum Testbericht ) konkurrieren. Hierfür spendiert Nvidia der RTX 3070 gute vier Prozent mehr Rechenkerne und setzt auf den schnelleren GDDR6X Videospeicher. Wir testen anhand der RTX 3070 Ti Founders Edition sowie der Zotac RTX 3070 Ti AMP Holo ob Nvidias Plan aufgeht.


Technische Spezifikationen der RTX 3070 Ti

Die Nvidia GeForce RTX 3070 Ti setzt wie die RTX 3070 auf den 392,5 mm 2 großen GA104-Grafikchip mit 17,4 Milliarden Transistoren, den Samsung im 8nm-Verfahren fertigt. War die GPU der RTX 3070 noch um zwei Streaming Multiprozessoren (SM) beschnitten, so setzt die RTX 3070 Ti auf den Vollausbau mit sechs Graphics Processing Clustern (GPC). Daraus resultieren 6.144 Cuda-Cores, 48 RT- und 192 Tensor-Kerne. Das entspricht einem Zuwachs von guten vier Prozent gegenüber der Non-Ti-Variante. Die Anzahl an Render Output Units (ROPs) bleibt nach wie vor bei 96. Wenn Sie mehr zu den technischen Hintergründen von Ampere erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen diesen Abschnitt im Testbericht der RTX 3080 .

Grafikkarten-Vergleich 2021: Die besten Gamer-GPUs im Test - mit Rangliste

Beim Videospeicher setzt Nvidia nach wie vor auf 8 GB, was auf das 256-bit-Speicherinterface zurückzuführen ist, da ein Speicherchip eine Bandbreite von 32-Bit benötigt. Allerdings ist der schnellere GDDR6X VRAM verbaut, welcher mit 19 Gbps taktet, wohingegen der GDDR6 Videospeicher der RTX 3070 nur auf 14 Gbps kommt. Auch an den Taktraten hat Nvidia geschraubt und den Basistakt um 75 MHz sowie den Boosttakt um 45 MHz gegenüber der RTX 3070 erhöht. Um dies zu ermöglichen, musste der Hersteller jedoch die Total Graphics Power (TGP) der RTX 3070 Ti auf 290 Watt anheben. Wie bei allen anderen Founders Edtion ist für die Stromversorgung ein 12-Pin-Anschluss verbaut, wobei ein entsprechender Adapter auf 2x 8-Pin beiliegt. Der Kühlkörper ist eine Mischung aus dem der RTX 3070 und dem der RTX 3080. Zwar setzt die RTX 3070 Ti auf den Flow-Through-Kühler, also einem Lüfter auf der Rückseite, der Kühlkörper fällt jedoch mit den Ausmaßen von 267 x 112 Millimeter sehr kompakt aus. Die RTX 3070 Ti AMP Holo kommt da mit 317 x 123 Millimetern ein gutes Stück wuchtiger daher. In der folgenden Tabelle haben wir die wichtigsten technischen Daten für Sie zusammengefasst:

Grafikkarte

GeForce RTX 3080

GeForce RTX 3070 Ti

GeForce RTX 3070

GeForce RTX 2070 SUPER

GeForce RTX 2070

AMD Radeon RX 6800

Codename

GA102

GA104

GA104

TU104

TU106

Navi 21

Architektur

Ampere

Ampere

Ampere

Turing

Turing

RDNA2

GPCs

6

6

6

5 oder 6

3

-

TPCs

34

24

23

20

18

-

SMs

68

48

46

40

36

-

FP32 Units

8704

6144

5888

2560

2304

3840

Tensor Cores

272 (3rd Gen)

192 (3rd Gen)

184 (3rd Gen)

320 (2nd Gen)

288 (2nd Gen)

-

RT Cores/ Ray Acc.

68 (2nd Gen)

48 (2nd Gen)

46 (2nd Gen)

40 (1st Gen)

36 (1st Gen)

60 (1. Gen)

GPU-Basistakt

1440

1575

1500

1605

1410

1815

GPU Boost-Clock (MHz)

1710

1770

1725

1770

1710

2250

Videospeicher

10 GB GDDR6X

8 GB GDDR6X

8 GB GDDR6

8 GB GDDR6

8 GB GDDR6

16 GB GDDR6

Speicher-Interface

320-bit

256-bit

256-bit

256-bit

256-bit

256-bit

Speichertakt

19 Gbps

19 Gbps

14 Gbps

14 Gbps

14 Gbps

16 Gbps

Speicherbandbreite

760 GB/s

608 GB/s

448 GB/s

448 GB/s

448 GB/s

512 GB/s

ROPs

96

96

96

64

64

96

PCIe-Anschlüsse

1x 12-Pin

1x 8-Pin

1x 8-Pin

1x 8-Pin, 1x 6-Pin

1x 8-Pin

2x 8-Pin

TGP

320 W

220 W

220 W

225 W

175 W

250 W

Transistor-Anzahl

28,3 Mrd

17,4 Mrd

17,4 Mrd

13,6 Mrd

10,8 Mrd

28,6 Mrd

Die-Größe

628,4 mm2

392,5 mm2

392,5 mm2

545mm2

445 mm2

505 mm2

Fertigungsprozess

8nm Samsung

8nm Samsung

8nm Samsung

12nm FFN

12nm FFN

7nm TSMC

UVP laut Hersteller

719 €

619 €

519 €

639 €

639 €

579 €


GPU-Testsetup

Für den Test der GeForce RTX 3070 Ti kam das neue Testverfahren zum Einsatz, welches wir im Zuge unseres Reviews der RTX 3080 Ti vorgestellt haben. Aus diesem Grund blenden wir an dieser Stelle nur kurz die verwendete Hardware ein, wenn Sie sich genauer dafür interessieren, können Sie einfach dem Link folgen. Die genauen Spiel- und Anwendungseinstellungen können Sie am  Ende des Artikels  finden.

So sieht unser neues GPU-Testsetup für 2021 aus.
Vergrößern So sieht unser neues GPU-Testsetup für 2021 aus.

Hinweis:  Da es sehr viel Zeit beansprucht, alle Grafikkarten durch den Test-Parcours zu jagen, fehlen im Vergleich aktuell leider noch die Werte zu Nvidias RTX 2000 und AMDs RX 5000 GPUs. Diese Werte tragen wir später in den entsprechenden Bildergalerien mit den Benchmarkwerten nach.


Überschaubarer Performance-Zuwachs in QHD

Nvidia will mit der RTX 3070 Ti nicht nur die Performance-Lücke zwischen der RTX 3070 und der RTX 3080 schließen, sondern auch mit der AMD Radeon RX 6800 konkurrieren. Damit richtet sich die neue Ampere-GPU in erster Linie an QHD-Gamer, welche in jedem Spiel mit der bestmöglichen Grafikqualität zocken wollen. Beide Ziele gehen bei uns im Test nicht so wirklich auf. Im Schnitt über 13 Spiele - ohne Raytracing - kann sich die RTX 3070 Ti nur mit fünf Prozent vor die RTX 3070 setzen, die etwas schnellere AMP Holo von Zotac erhöht den Vorsprung auf 6,5 Prozent. Aber auch das hilft nicht wirklich, um zur 19 Prozent schnelleren RTX 3080 aufzuschließen. Der AMD Radeon RX 6800 müssen sich die beiden RTX 3070 Ti Modelle mit vier respektive fünf Prozent knapp geschlagen geben. Immerhin reicht die Performance aus, um in jedem von uns getesteten Spiel im Durchschnitt mindestens 60 Bilder pro Sekunde zu erzielen.

Hinweis:  Bei unserem letztjährigem Grafikkarten-Vergleich  lag die RTX 3070 knappe 30 Prozent vor der RTX 2070 Super. Hochgerechnet dürfte die RTX 3070 Ti also in etwa 36 Prozent schneller sein als ihr direkter Vorgänger, aber wir liefern die genauen Testergebnisse mit dem neuen Testverfahren schnellstmöglich nach.

Etwas besser stehen die beiden RTX 3070 Ti dann bei aktiviertem Raytracing da. Hier vergrößert sich der Vorsprung auf die RTX 3070 leicht auf sieben bis neun Prozent. Im gleichen Zug wächst aber auch der Rückstand auf die RTX 3080 auf 24 respektive 27 Prozent an. AMDs Radeon RX 6800 hat hier mit 25 Prozent geringerer Performance deutlich das Nachsehen und obendrein (noch - AMD: FidelityFX als Alternative zu DLSS ) keine Alternative zu Nvidias DLSS zu bieten. Durch die Aktivierung von DLSS im Quality Mode lassen sich mit der RTX 3070 Ti im Schnitt nämlich noch einmal 43 Prozent höhere FPS-Werte erzielen, bei nahezu gleich bleibender Bildqualität. Damit lassen sich dann auch bei aktiviertem Raytracing bei den getesteten Spielen 60 FPS erzielen, mit der Ausnahme von Cyberpunk 2077.


Auch für Full-HD Gamer geeignet?

Gerade für Full-HD Gamer spielt die CPU eine sehr wichtige Rolle, um die Grafikkarte nicht zu limitieren. Mit unserem neuen Testsetup haben wir es weitestgehend geschafft, auch in Full-HD bei den getesteten Spielen ins GPU-Limit zu kommen. Nichtsdestotrotz schiebt sich das Testfeld hier etwas näher zusammen. So schrumpft der Vorsprung der beiden RTX 3070 Ti auf die RTX 3070 marginal auf vier beziehungsweise sechs Prozent. Der Rückstand auf die RTX 3080 wiederum liegt bei 14 bis 17 Prozent und auch der RX 6800 muss sich die RTX 3070 Ti nach wie vor mit guten fünf Prozent geschlagen geben. Der Abstand zur RTX 2070 Super dürfte hochgerechnet bei etwa 32 Prozent liegen.

Bei aktiviertem Raytracing fallen die Abstände dann wieder etwas größer aus. Konkret reden wir von acht bis zehn Prozent zwischen der RTX 3070 und den beiden RTX 3070 Ti sowie gute 21 Prozent zur schnelleren RTX 3080. Der Abstand zur RX 6800 vergrößert sich in Full-HD interessanterweise auf 26 Prozent. Dabei ist die RTX 3070 Ti mit Ausnahme von Cyberpunk 2077 auch in allen Spielen in der Lage bei aktiviertem Raytracing im Schnitt mindestens 60 Bilder pro Sekunde zu erzielen. Mit DLSS im Quality Mode messen wir noch einen Leistungszuwachs von guten 39 Prozent.


In UHD kann die RTX 3070 Ti vom GDDR6X VRAM profitieren

Am spannendsten sind mit die Testergebnisse der RTX 3070 Ti in UHD. Bei den Messungen in Full-HD und QHD konnte sich die neue Ampere-GPU nur mit vier respektive fünf Prozent vor die RTX 3070 setzen, was dem Zuwachs an Recheneinheiten entspricht. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass der schnellere GDDR6X Videospeicher nahezu keine Auswirkungen auf die Performance hat, oder doch? Hier kommen nämlich die Tests in 2160p ins Spiel, eine Auflösung für welche die RTX 3070 Ti von der Rechenleistung her gar nicht so wirklich ausgelegt ist. Hier wächst der Vorsprung auf die RTX 3070 nämlich auf knapp neun Prozent an und im gleichen Zug beträgt der Rückstand auf die RX 6800 nur noch gute zwei Prozent. 

Flotter RAM: So wichtig ist der Arbeitsspeicher-Takt für den Gaming-PC

Das führt zu zwei interessanten Schlussfolgerungen: Erstens, obwohl die RX 6800 mit ihren 16 GB Videospeicher auf dem Papier für UHD-Gaming deutlich besser aufgestellt ist, kann die RTX 3070 Ti mit "nur" 8 GB VRAM den Abstand verkürzen. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit des Videospeichers sogar einen größeren Vorteil bringen kann als die schiere Menge des VRAMs. Und zweitens reichen 8 GB VRAM für QHD heutzutage zwar noch aus, aber in Zukunft dürften Spiele erscheinen, welche mehr Videospeicher beanspruchen. Das hätte dann zur Folge, dass sich der Vorsprung der RTX 3070 Ti auf die RTX 3070 in etwa auf dasselbe Maß wie bei unseren Messungen in UHD vergrößern dürfte. Gegenüber der RTX 3080, welche ebenfalls auf GDDR6X Speicher setzt, hilft das aber nicht, der Rückstand vergrößert sich leicht auf 25 Prozent.

Reicht die Rechenleistung bereits bei deaktiviertem Raytracing in vielen Titeln nicht mehr aus, um bei höchsten Details auf 60 FPS zu kommen, verschlechtert sich das Bild mit Raytracing noch einmal drastisch. Aber wie bereits ansgesprochen ist die RTX 3070 Ti für diese Auflösung auch nicht ausgelegt. Hier hilft selbst die Aktivierung von DLSS oftmals nicht mehr aus, um auf "flüssige" Spielraten zu kommen.


Anwendungsleistung im Rahmen der Erwartungen

Bei den Anwendungstests zeigen sich keine wirklichen Überraschungen. Vollkommen egal, ob bei Bild- und Videobearbeitung oder beim 3D-Rendern - auch mit Raytracing - liegen die Messergebnisse im zu erwartbaren Rahmen. Das bedeutet konkret, dass die RTX 3070 Ti im Schnitt knapp fünf Prozent vor der RTX 3070 liegt. Der Rückstand auf die RTX 3080 wiederum beträgt rund 17 Prozent. Im Vergleich zur AMD Radeon RX 6800 hat die Nvidia GPU - außer in DaVinci Resolve - immer knapp die Nase vorne. Damit ist auch bei den Anwendungstests der Performance-Zuwachs in erster Linie auf die Zunahme an Recheneinheiten im Vergleich zur RTX 3070 zurückzuführen und weniger auf den schnelleren GDDR6X Videospeicher.


Energieeffizient sieht anders aus

Konnte die RTX 3070 Ti bei den Performance-Messungen jetzt nicht so wirklich glänzen, sieht es bei den Werten zur Leistungsaufnahme ganz anders aus - leider nicht im positiven Sinne. Wie bereits eingangs schon erwähnt, hätten wir in Anbetracht der TGP von 290 Watt eine Performance erwartet, die näher an der RTX 3080 (320 Watt) als an der RTX 3070 (220 Watt) liegt. Leider sieht es jedoch so aus, dass sich Nvidia die fünf Prozent mehr Leistung gegenüber der RTX 3070 mit einer überproportional höheren Leistungsaufnahme erkauft hat. So zeigt sich die RTX 3070 Ti bei den Tests überaus durstig. Wir messen im Schnitt über 13 Spiele in Full-HD 261 Watt, in QHD 275 Watt und in UHD 285 Watt. Im Vergleich zur RTX 3070 sprechen wir also von fünf Prozent höherer Performance in 1440p bei jedoch 26 Prozent mehr Leistungsaufnahme. Die RTX 3080 wiederum rechnet 20 Prozent schneller für nur 16 Prozent mehr Leistungsaufnahme.

Die Zotac RTX 3070 Ti AMP Holo verschlechtert das Bild sogar noch weiter, hier liegt die TGP nämlich ab Werk bereits bei 310 Watt und damit nur noch knapp unterhalb der TGP der RTX 3080 von 320 Watt. Wir messen im Schnitt dann auch eine 17 bis 18 Watt höhere Leistungsaufnahme für nur etwas mehr als ein Prozent Performance-Zuwachs. Noch kritischer ist dann der Vergleich zu AMDs Topmodell, der RX 6900 XT. Die RTX 3070 Ti von Zotac und die GPU von AMD liegen hinsichtlich der Leistungsaufnahme nämlich gleich auf, aber bei der Performance liegt Nvidias Grafikkarte um satte 30 Prozent zurück. Ein Stromsparwunder ist die RTX 3070 Ti also definitiv nicht und tanzt im Vergleich zu den restlichen Ampere-Grafikkarten aus der Reihe.


Taktraten liegen niedriger als erwartet

Nvidia selbst gibt die Taktraten der RTX 3070 Ti höher an als bei der RTX 3070, konkret +75 MHz beim Basistakt und +45 MHz beim Boosttakt. Das Modell von Zotac legt beim Boosttakt noch einmal 60 MHz oben drauf. Bei unseren Messungen über 13 Spiele ohne Raytracing zeigt sich im Schnitt dann aber ein anderes Bild. So taktet die RTX 3070 Ti bei uns im Test in Full-HD um etwa 35 MHz niedriger als die Non-Ti-Variante, in QHD sind es noch 10 MHz Unterschied und erst in UHD liegt sie dann mit gut 10 MHz vorne. Die Zotac RTX 3070 Ti AMP Holo erzielt im Schnitt 40 MHz höhere Taktraten. 

Um dem ganzen nachzugehen, haben wir die Grafikkarten mal bewusst ins CPU-Limit laufen lassen, damit die GPU durchgehend den maximal möglichen Takt fahren kann. Die RTX 3080 erreicht hier 1950 MHz, die RTX 3070 1980 MHz und die RTX 3060 Ti sogar 2025 MHz. Die RTX 3070 Ti taktet unterdessen nur mit maximal 1920 MHz. Warum das so ist, können wir leider nicht beantworten, wir haben diese Frage bereits an Nvidia weitergegeben. Wir haben auf jeden Fall sichergestellt, dass kein Power- oder Temperaturlimit dafür verantwortlich ist. Ein paar MHz spielen jetzt zwar keine gewaltige Rolle, nichtsdestotrotz würde der Abstand zur RTX 3070 etwas größer ausfallen, wenn die RTX 3070 Ti auch wirklich höher takten würde als die non-Ti-Variante - so wie es Nvidia angibt.


Hohe Temperaturen bei beiden Karten

Nach den Messungen der Leistungsaufnahme wollen wir mal schauen, wie gut die Kühlkörper der RTX 3070 Ti Founders Edition sowie der RTX 3070 Ti AMP Holo mit der entstehenden Abwärme klarkommen. Um den Worst Case zu simulieren, lasten wir die GPU mittels FurMark und die CPU mittels Prime95 über eine halbe Stunde zu 100 Prozent aus, damit sich das Gehäuse gut aufheizt wie bei einer längeren Gaming-Session. Positiv bei der Founders Edition ist, dass sich der VRAM "nur" auf maximal 92 Grad Celsius erhitzt, wohingegen die größeren Modelle hier dreistellige Temperaturen erreichen. Negativ fällt dafür die Chip- und die Hotspot-Temperatur mit 81 respektive 92 Grad Celsius aus. Das ist zwar bei weitem noch nicht im kritischen Bereich, aber höher als bei manch anderer Karte. Der Kühler der AMP Holo macht zwar bei der Chip- und Hotspot-Temperatur einen besseren Job, dafür werden dann die GDDR6X-Module wärmer.

Watt avg

Watt max

Temp Chip

Temp Memory

Temp Hot Spot

Takt avg

Lüfter rpm

AMD Radeon RX 6700 XT

223

264

78°C

-

95°C

2187 MHz

1650 rpm

AMD Radeon RX 6800

233

275

69°C

-

85°C

1843 MHz

1680 rpm

AMD Radeon RX 6800 XT

302

352

77°C

-

96°C

1919 MHz

1490 rpm

AMD Radeon RX 6900 XT

302

398

79°C

-

96°C

1867 MHz

1480 rpm

Zotac GeForce RTX 3060 AMP

173

210

64°C

-

76°C

1712 MHz

1580 rpm

Nvidia GeForce RTX 3060 Ti

204

253

72°C

-

83°C

1655 MHz

1690 rpm

Nvidia GeForce RTX 3070

226

268

74°C

-

85°C

1593 MHz

1800 rpm

Nvidia GeForce RTX 3070 Ti

303

335

81°C

92°C

92°C

1600 MHz

2080 rpm

Zotac GeForce RTX 3070 Ti AMP Holo

318

345

73°C

98°C

83°C

1593 MHz

2060 rpm

Nvidia GeForce RTX 3080

333

366

74°C

102°C

84°C

1617 MHz

2230 rpm

Nvidia GeForce RTX 3080 Ti

358

405

70°C

104°C

77°C

1142 MHz

2780 rpm

Zotac GeForce RTX 3080 Ti AMP

354

391

72°C

96°C

80°C

1123 MHz

1680 rpm

Nvidia GeForce RTX 3090

363

402

65°C

102°C

78°C

1129 MHz

1550 rpm

Hinsichtlich der Lautstärke machen beide Test-Samples eine vergleichbar guten Job und erreichen bei den Lüftern maximal 2060 respektive 2080 Umdrehungen pro Minute. Damit gehören die beiden Karten zwar nicht zu den leisesten Modellen bei uns im Test, die Lautstärke bewegt sich aber immer noch in einem guten Rahmen und ist rein subjektiv nicht als störend zu bezeichnen. Die verbaute 360 Millimeter große AiO-Wasserkühlung erreicht eine ähnliche Lautstärke, um den übertakteten Ryzen 9 5950X zu kühlen.


Preisliche Einordnung und Verfügbarkeit

Die RTX 3070 Ti soll bereits morgen, dem 10. Juni 2021, um 15 Uhr an den Markt gehen. Die offizielle UVP für die Founders Edition gibt Nvidia dabei mit 619 Euro an, für die AMP Holo von Zotac haben wir keinen Preis genannt bekommen. Letztendlich dürfte es sich dabei aber sowieso nur um einen Platzhalter handeln, da wir davon ausgehen, dass die Preise bei den Händlern wieder einmal deutlich höher ausfallen werden. Das ist ja mittlerweile leider nichts Neues mehr. Aber wäre der offizielle Preis von 619 Euro angemessen? Die RTX 3070 listet Nvidia offiziell für 519 Euro, das sind etwa 24 Prozent weniger - für nur etwa fünf Prozent weniger Leistung. Wir konnten bei uns im Test die RTX 3070 sogar um gute sieben Prozent übertakten, was sie nicht nur schneller als die Standardvariante der RTX 3070 Ti machen würde, sondern auch günstiger und energieeffizenter.

Der Vergleich zur RTX 3080 sieht nicht wirklich besser aus. Zwar kostet die GPU mit offiziellen 719 Euro 16 Prozent mehr, bietet dafür aber auch 20 bis 25 Prozent mehr Rechenleistung und einen größeren Videospeicher. Im Blick auf die Konkurrenz schneidet die RTX 3070 Ti auch nicht besser ab. Die RX 6800 ist mit einer UVP von 579 Euro theoretisch nicht nur günstiger, sondern bei der Rasterisierungs-Performance auch fünf Prozent schneller. Den Aufpreis zahlen Sie also einzig und allein für die bessere Raytracing-Leistung und DLSS. Aber letztlich sind diese Preisvergleiche müßig. Auch wenn die RTX 3070 Ti aus unserer Sicht ein überflüssiges Produkt ist und wir definitiv zu einer anderen GPU raten würden, dürfte es nichts daran ändern, dass die verfügbaren Modelle in kürzester Zeit ausverkauft sein werden und die Preise danach um Faktor zwei bis drei steigen werden.


Testsystem und Spieleeinstellungen

Mit folgenden Einstellungen bei den Anwendungen haben wir unsere Messungen durchgeführt:

Anwendungstests

Adobe Photoshop 22.3.0 - PugetBench 0.93.1

Test Type: Standard

Adobe Premiere Pro 15.0.0 - Puget Bench 0.95.1

Default

Blender Benchmark 2.92

bmw27, classroom, fishy_cat, koro, pavillion_barcelona, vicor

DaVinci Resolve 17.1.1 - PugetBench 0.92.1

Test Type: Standard

Indigo Benchmark 4.4.15

Bedroom, Supercar

LuxMark 3.1

LuxBall HDR

OctaneBench 2020.1.5

Deafult

V-Ray Benchmark 5.00.20

V-Ray GPU Cuda, V-Ray GPU RTX

Spieltests Rasterisierung

Assassin's Creed Valhalla

Extrem Hoch (Vollbild, V-Sync aus, Anti-Alias Hoch, FPS-Limit aus, FOV 100%, Adaptive Qualität aus)

Borderlands 3

Badass (Vollbild, DX12, Scale 100%, V-Sync aus, FPS-Limit aus, HUD 1)

Call of Duty Black Ops Cold War

Ultra (Vollbild, V-Sync aus, Reflex aus, FPS-Limit aus, HD-Texturen)

Control

Hoch (Vollbild, DX12)

Cyberpunk 2077

Ultra & Hoch (Vollbild, V-Sync aus, Scale 100%)

DOOM Eternal

Ultra-Abtraum (Vollbild, V-Sync aus, Sichtfeld 90, Unschärfe Hoch, Scale 100%)

F1 2020

Ultrahoch (V-Sync aus, FPS-Limit aus, TAA, Dynamische Aulösung aus)

Horizon Zero Dawn

Ultimative Qualität (Vollbild, V-Sync aus, Adaptive Leistung aus, FPS-Limit aus, Sichtfeld 70, Scale 100%)

Metro Exodus

Ultra (DirectX 12, PhysX On, Hairworks On, Scale 100%)

Red Dead Redemption 2

Bildqualität bevorzugen ganz rechts (Vollbild, V-Sync aus, Puffer aus, DX12)

Shadow of the Tomb Raider

Ultrahoch (Vollbild, V-Sync aus, TAA)

Watch Dogs Legion

Ultra (DX12, Scale 100%, Vollbild, V-Sync aus, FPS-Limit aus, Sichtfeld 70)

Wolfenstein Youngblood

Mein Leben! (Vollbild, V-Sync aus, TSSAA)

Spieltests Raytracing

Call of Duty Black Ops Cold War

Ultra (Vollbild, V-Sync aus, Reflex aus, FPS-Limit aus, HD-Texturen, Raytracing Ultra, DLSS off/Quality)

Control

Hoch (Vollbild, DX12, Raytracing Hoch, DLSS off/Quality)

Cyberpunk 2077

Ultra & Hoch (Vollbild, V-Sync aus, Scale 100%, Raytracing Ultra, DLSS off/Quality)

Dirt 5

Ultrahoch (V-Sync aus, Dynamische Auflösung aus, Raytracing an)

Metro Exodus Enhanced

Ultra (Raytracing Ultra, DLSS off/Quality, Reflections Raytraced, Shading 1x, Hairworks on, PhysX On)

Shadow of the Tomb Raider

Ultrahoch (Vollbild, V-Sync aus, TAA, Raytracing Ultrahoch, DLSS off/on)

Watch Dogs Legion

Ultra (DX12, Scale 100%, Vollbild, V-Sync aus, FPS-Limit aus, Sichtfeld 70, Raytracing Ultra, DLSS off/Quality)

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