121894

Putziges Äußeres, aufwändige Technik im Inneren

18.03.2008 | 15:04 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Pleos Äußeres wirkt auf die Mehrheit der Betrachter putzig und manchmal geradezu rührend. Pleo ist ja immerhin auch ein friedliebender, Pflanzen fressender Sauropode und kein Furcht erregender Tyrannosaurus Rex, der auf Beutesuche geht und seine Opfer erlegt. Insofern war die Wahl der Entwickler gut, denn Pleo kann man gefahrlos einen Finger ins Maul stecken, Pleo schnappt dann sanft zu und zieht sanft am Finger. Bei einem Tyrannosaurus Rex würde sich das sicher anders anfühlen.

Mit Pleo hat Ugobe in der Tat einen Roboter geschaffen, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten relativ lebensecht verhält. Der emotionale Pleo ruft aufgrund seines putzigen Äußeren Mutter- beziehungsweise Vatergefühle hervor und weckt den Beschützerinstinkt. Wenn man ihm das Plastikblatt hinhält, das mitgeliefert wird, dann zerrt er daran wie ein junger Hund an einem saftigen Knochen. Pleo reagiert unmittelbar auf Berührung, das lässt ihn echt erscheinen.

Pleo verfügt über insgesamt 14 Servogelenke (Torso, Kopf, Schwanz, Hals, Beine) mit Force-Feedback, 38 Berührungs-, Geräusch-, Licht- und Neigungssensoren (darunter auch Infrarot- und akustische Stereosensoren seitlich am Kopf, mit denen Pleo aber nur auf sehr laute Geräusche reagiert), neun Berührungssensoren (Maul, Brust, Kopf, Schultern, Rücken, Füße) und acht Fuß- und Zeh-Sensoren sowie Lautsprecher vorn und hinten. Sein Betriebssystem „Life Form Operating System“ Life OS lässt ihn völlig selbstständig agieren, Sie benötigen weder eine Fernbedienung noch müssen Sie ihn aufwändig programmieren, wie es beispielsweise beim Lego Mindstorms NXT der Fall ist. Dafür ist Pleo aber auch nicht annähernd so variantenreich wie andere Heimroboter: Sie können sein Äußeres nicht verändern und ihn auch nicht mit der Stimme steuern. Pleo kann ganz offensichtlich nicht Treppen steigen und er kann auch keinen Linien am Boden folgen (was andere Roboter durchaus können). Allerdings entspricht das ja auch dem typischen Verhalten eines Lebewesens: welches Tier folgt schon einer Linie am Boden.

Pleo soll mit der Zeit immer weitere Fähigkeiten entwickeln und sogar soziale Kontakte zu anderen Pleos knüpfen können, wie der Hersteller verspricht: Entdeckt Pleo einen Artgenossen, spielen die beiden miteinander.

An der Unterseite befindet sich der Akkuschacht. Eine Ladung reichte bei uns zirka 1 ¾ Stunden, danach fiel Pleo in den Zwangsschlaf. Ein zweiter Akku würde also Sinn machen, wenn Sie sich durchgehend an Pleo erfreuen wollen. Außerdem können Sie an der Unterseite eine SD-Karte einstecken. Auf so eine SD-Karte soll man weitere Programme und Funktionen laden können und damit Pleos Fähigkeiten steigern.

Unter anderem soll Pleo sogar etwas singen können, wenn man die neue Pleo 1.0.2-Software aufspielt. Mit dem Pleo Developer Kit können Sie ihn zudem selbst programmieren . Die Herstellerseite zum Pleo sollten Sie in jedem Fall besuchen um sich dort zu registrieren. Denn erst danach sind Updates erhältlich. Außerdem können Sie sich dort der Community anschließen.

Ebenfalls an der Unterseite befindet sich der Ein- Ausschalter und ein Lautstärkeregler, mit dem sich Pleos Töne regeln lassen. Am relativ lauten Motorengeräusch können Sie dagegen nichts ändern. Das wirkt auch etwas störend und wenig lebensecht. Außerdem befindet sich zwischen den hinteren Beinen ein USB-Anschluss für Software-Updates (die Sie von der Herstellerseite herunterladen können).

Die Life Form Pleo ist ab Anfang Juni für Euro 299 erhältlich. Vereinzelt ist Pleo aber bereits jetzt in Deutschland verfügbar, unter anderem bei einigen Toys R US-Filialen. Bezugsquellen finden Sie auf www.pleoworld.com . In den USA gibt es Pleo bereits seit Ende 2007 für knapp 300 US-Dollar.

PC-WELT Marktplatz

121894