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Projekt Wachmann: WLAN-Router gegen Einbrecher

02.03.2021 | 14:39 Uhr | René Resch

Lassen sich mit dem WLAN-Router wirksam Verbrecher erkennen? Mit "Projekt Wachmann" will man das herausfinden.

Die Universität in Bonn arbeitet in Kooperation mit der Polizeidirektion Osnabrück sowie dem Karlsruher Institut für Technologie zusammen an einer speziellen Einbruchserkennung mit dem Namen "Projekt Wachmann". Das System soll mit herkömmlichen WLAN-Routern umgesetzt werden. Das Projekt wird zudem auch vom Bund mit 1,1 Millionen Euro finanziert.

Wachmann steht dabei für: WLAN-basierte Aufzeichnung von   Charakteristiken tatortnaher mobiler Endgeräte zur Alarmierung und Nachverfolgung von Eigentumskriminalität.

In dem Projekt, das über zwei Jahre laufen soll, untersuchen die kooperierenden Parteien, inwieweit sich herkömmliche WLAN-Router gegen Einbruchskriminalität nutzen lassen. Dabei sollen beispielsweise Smartphone-Signale der Täter über einen weiterentwickelten Router erfasst werden und im Anschluss eine Warnnachricht an den Eigentümer oder die Polizei geschickt werden.

"Damit sollen unbe­fugte Eindring­linge erkannt und Alar­mie­rungen auto­matisch ausge­löst werden" , sagte Michael Meier, des Infor­matik-Lehr­stuhls für IT-Sicher­heit an der Univer­sität Bonn.

Digitaler Fingerabdruck: die MAC-Adresse

Geräte wie Smartphones und Smartwatches hinterlassen, bei Ihren rudimentären Scans nach einem WLAN-Netzwerk, Informationsrückstände, die hierfür genutzt werden. Auch wenn keine Verbindung zwischen Smartphone und Router zustande kam, tauschen die Geräte zumindest Ihre MAC-Adressen aus. Der WLAN-Router soll dann selbstständig analysieren und filtern, ob die MAC-Adresse zu einer Person gehört, die sich oft in der Nähe aufhält wie Bekannte, Nachbarn etc. Falls es sich um ein fremdes Gerät handelt, das mitten in der Nacht im Funkbereich auftaucht, könnte das etwa auf Einbrecher hindeuten und könnte einen Alarm auslösen.

Fall es sich um ein größeres Anwesen oder Grundstück handele, könnte mithilfe von Mesh-Netzwerken sogar ein Fluchtplan rekonstruiert werden. Das funktioniere natürlich alles nur, wenn die Einbrecher auch Smartphones oder andere Geräte mit ähnlichen Funktionen bei ihrem Raubzug dabei haben.

Handydaten von Freunden oder Bekannten, die beispielsweise im Urlaub zum Blumengießen vorbeikommen, können natürlich hinterlegt werden. "Dann lässt sich vorher einstellen, dass deren Handys von Wach­mann als bekannt einge­stuft wird und keine Alar­mie­rung erfolgt", teilte die Poli­zei­direk­tion Osna­brück mit.

Wachmann soll mehr als eine Alarmanlage sein

"[...] Ziel dieses Projektes ist die Übertragung aktueller Forschung auf eine verlässliche und fehlerarme räumliche Eindringdetektion. Dabei gilt es zu klären, welche WLAN-Übertragungen nicht mit dem Netzwerk verbundener bzw. autorisierter Teilnehmer als Ermittlungsansatz zur Bekämpfung organisierter Eigentumskriminalität dienen können und welche Hardwarevoraussetzungen ein WLAN-Router für diesen Ansatz benötigt. [...]"

Die aus "Projekt Wachmann" erzielten Ergebnisse könnten zukünftig dann auch zur Bekämpfung anderer Eigentumskriminalität wie „falsche Polizisten“, Bankautomatensprengungen, Kfz-Kriminalität oder auch bei der Verfolgung von Sexual-, Gewalt- und Tötungsdelikten genutzt werden. Hier wurde auch der Bereich des Terrorismus genannt.

Mehr zum Thema erfahren Sie auf der offiziellen Webseite des Konsortiums: Projekt Wachmann

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