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Project Titan: Apple sucht das Super-Lidar

18.04.2019 | 16:09 Uhr | Peter Müller

Apple wird vermutlich nie ein komplettes Auto bauen - aber Hardware und Software für das autonome Fahrzeug liefern.

Apples Project Titan nimmt wieder Fahrt auf, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters . Apple sei in Gesprächen mit mindestens vier potentiellen Lieferanten von Lidar-Technologie und entwickle auch eigene Sensoren für den dreidimensionalen Rundumblick auf die Straße. Die bisher in Apples Versuchsfahrzeugen eingesetzten Lösungen von Velodyne seien zu klobig, Apple sucht nach weit kompakteren Gerätschaften, die man serienmäßig in Kraftfahrzeuge einbauen kann. Offenbar will sich Apple auch nicht nur auf Software-Lösungen für autonome Fahrzeuge konzentrieren, sondern auch die Hardware dafür entwickeln und so wie Automobilhersteller Komplettsysteme liefern.

Die drei namentlich nicht genannten Personen, auf die sich Reuters beruft, erzählen von hohen Designstandards, die Apple an seine potentiellen Lidar-Lieferanten stellt. Die Namen der angesprochenen Unternehmen haben die Quellen nicht genannt. Apple habe starkes Interesse daran, die Kontrolle über die gesamte "Wahrnehmung" des Fahrzeugs zu bekommen, Sensoren und Software sollen aus einer Hand kommen. Zwei der drei Befragten behaupten daher auch, Apple würde selbst Lidar-Systeme entwickeln. Grob gesprochen arbeitet Lidar wie ein Radar , nur eben im optischen Bereich. Dabei kommen in der Regel Laser zum Einsatz, so dass man streng genommen von Ladar sprechen müsste: Laser/Light Detection and Ranging. Die Sensoren und die auswertenden Algorithmen geben genau Informationen über Ort und Geschwindigkeit von Objekten im Blickfeld und der Trajektorie des Fahrzeugs.

Welches Produkt bei Apples Bemühungen um das autonome Fahren letztendlich herauskommt und wann, dürfte derzeit noch völlig offen sein, selbst in Cupertino. Doch zeigen jüngste Personalien – Apple hat diverse Experten von Tesla und Google abgeworben – dass das Thema autonomes Fahren immer noch hohe Priorität bei Apple genießt. CEO Tim Cook hat die Existenz eines derartigen Projektes längst implizit bestätigt und pauschal das Thema als "wichtig" bezeichnet. Vor 2022 wird man aber kaum Resultate sehen.

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