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Prime Day: Ver.di bestreikt Amazon-Versandzentren

13.10.2020 | 14:59 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wir stellen heute und morgen die besten Schnäppchen zum Amazon Prime Day vor. Doch ausgerechnet jetzt bestreikt Ver.di die Amazon-Versandzentren. Update: So viel verdient man bei Amazon als Logistikmitarbeiter.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ruft zum Beginn des "Amazon Prime Day" die Beschäftigten in den Amazon-Versandzentren Leipzig, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Rheinberg, Werne, Graben bei Augsburg und Koblenz ab dem 13. Oktober zu einem zwei Tage dauernden Streik auf. Damit würde der Streik beide Prime Days (13.10. und 14.10.2020) betreffen.

Orhan Akman, Ver.di-Bundesfachgruppenleiter für den Einzel- und Versandhandel: "Während Amazon-Chef Jeff Bezos Milliarden verdient, hat der Konzern die Zulage von zwei Euro pro Stunde, die den Beschäftigten im März gewährt wurde, Ende Mai wieder abgeschafft". Amazon könne sich höhere Gehaltssteigerungen aber durchaus leisten, wie der Gewerkschafter meint: "Von den wirtschaftlichen Problemen, mit denen sich Ketten des stationären Einzelhandels durch Lockdown und andere Corona-Beschränkungen konfrontiert sehen, ist Amazon weit entfernt." Die zwischenzeitlich gezahlte Corona-Zulage sollte daher "in einem ersten Schritt in eine dauerhafte tariflich abgesicherte Gehaltserhöhung für alle umgewandelt werden. Denn die Beschäftigten erwirtschaften durch Höchstleistung den Gewinn des Unternehmens", so Akman.

Ver.di räumt allerdings ein, dass Amazon seinen Beschäftigten in Deutschland im September eine Gehaltserhöhung von 1,8 Prozent gewährt habe. Doch nach wie vor klaffe eine Lücke bei Sonderzahlungen wie dem Weihnachts- und Urlaubsgeld, kritisiert Akman. Ver.di fordert deshalb nach wie vor den Abschluss eines Tarifvertrags nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt dies jedoch ab und legt die schlechteren Vorgaben des Tarifvertrags für die Logistikbranche zugrunde. Ver.di ruft deswegen seit Jahren zu Streiks an den Amazonstandorten auf. In der Vergangenheit konnte Ver.di damit die Auslieferung aber nie spürbar stören.

Stellungnahme von Amazon

Amazon hat die Vorwürfe von Ver.di immer zurückgewiesen und weist sie auch jetzt zurück. Zum aktuellen Streik äußerte sich Amazon heute folgendermaßen gegenüber PC-WELT: "Die Pakete kommen pünktlich zu den Kunden, wir sehen keine Auswirkungen der Streiks. Der große Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet heute wie an jedem anderen Tag: Sie bearbeiten Kundenbestellungen in einem Umfeld, das sie unterstützt, in dem man gerne arbeitet und voran kommt. Tatsache ist, dass Amazon bereits exzellente Löhne, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Karrierechancen bietet - und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung. Diese Vorteile und Chancen hat jede und jeder bei Amazon, genauso wie die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Führungskräften.

Das Lohnpaket samt der Zusatzleistungen und unsere Arbeitsbedingungen bestehen auch im Vergleich mit anderen wichtigen Arbeitgebern in der Region. Unser Ziel wird es immer sein, in einem exzellenten Arbeitsumfeld durch Teamarbeit und den direkten Austausch mit den Mitarbeitern hervorragendes für Kunden zu schaffen.“ Zitat Ende

Laut Unternehmensangaben arbeiten bei Amazon im Bereich Logistik in Deutschland rund 16.000 fest angestellte Mitarbeiter in insgesamt 15 Logistikzentren. Laut Amazon liegt der „umgerechnete Einstiegsbasislohn zwischen 11,30 Euro bis 12,70 Euro brutto pro Stunde je nach Standort. Nach 24 Monaten beläuft sich das Gesamtvergütungspaket auf durchschnittlich rund 2.600 Euro brutto pro Monat an allen deutschen Standorten“. Dazu kommen noch beschränkte Mitarbeiteraktien (Restricted Stock Units/RSUs) und Boni.

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