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Preisverfall bei IT-Ausrüstung

15.03.2001 | 12:27 Uhr |

Durch die zunehmende Versteigerungen von IT-Equimpment von insolventen Startups werden die Preis für Highend-Ausstattung gedrückt. Oftmals gerät fast unbenutzte Ausrüstung von Cisco, Sun oder Novell zu Spottpreisen unter den Hammer. Das drückt auf die Absatzlage der Hersteller. Denn wozu soll man teueres Neumaterial beziehen, wenn es kaum benutzte Gebrauchtausstattung deutlich preiswerter gibt?

Durch die zunehmende Versteigerungen von IT-Equimpment von insolventen Startups werden die Preis für Highend-Ausstattung gedrückt. Oftmals gerät fast unbenutzte Ausrüstung von Cisco, Sun oder Novell zu Spottpreisen unter den Hammer. Das drückt auf die Absatzlage der Hersteller. Denn wozu soll man teueres Neumaterial beziehen, wenn es kaum benutzte Gebrauchtausstattung deutlich preiswerter gibt?

Ein Router aus der Cisco 7500-Reihe kostet normalerweise 150.000 Dollar. So ein Gerät aus der Konkursmasse eines gescheiterten Startups geht dann schon mal für knapp unter 2000 Dollar an einen neuen Käufer. Mit solchen Preisen geraten die Endgerätehersteller mächtig unter Druck. In den letzten sechs Monaten wurden in den USA Hunderte gebrauchter Sun-Server versteigert oder verkauft, wie die BusinessWeek meldet.

Auch die Application Service Provider (ASP) geraten in Existenznöte. Mit dem Niedergang der Dotcoms verlieren viele Provider ihre Kunden. So erfasst die Insolvenzwelle nun auch die ASPs. US-Studien zufolge werden nur ca. 500 ASPs von den derzeit in den USA existierenden 1200 Unternehmen das Jahr 2001 überleben. Die IT-Ausstattung dieser nun Pleite gehenden ASPs wird als Nächstes auf den Markt drängen und die Preise noch weiter drücken.

Auch in Deutschland gerät zunehmend Equipment von Internet Firmen unter den Hammer, wie man uns bei Hämmerle bestätigte. Hämmerle hat sich deutschlandweit auf den Verkauf und die Abwicklung Konkurs gegangener Unternehmen spezialisiert.

"In den letzten Monaten habe die Zahl der insolventen Internet Startups spürbar zugenommen", wie Herr Hämmerle meint. Allerdings würde die Versteigerung des Unternehmens-Equipments ausschließlich auf konventionellem Wege über die Bühne gehen, Online-Auktionen sind dafür ungeeignet.

Denn die potentiellen Aufkäufer wollen die Waren sehen und prüfen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Bei Versteigerung von Konkursmasse gilt "gekauft wie gesehen". Jeglicher Gewährleistungsanspruch ist ausgeschlossen. Angesichts der großen Summen, um die es bei solchen Versteigerungen geht, gibt sich kein Käufer mit dem virtuellen Betrachten der Waren per Internet zufrieden. Ebay & Co. haben also auf dem Markt der Unternehmensversteigerungen prinzipiell nichts zu bestellen. Online-Auktionen wie der Versteigerung einer ganzen Raffinerie bilden eine kuriose Ausnahme (siehe "Fleddern Sie mit!"). (PC-WELT, 15.03.2001, hc)

Fleddern Sie mit! (PC-WELT Online, 08.02.2000)

Spielzeughändler eToys pleite (PC-WELT Online, 27.02.2001)

Letsbuyit Deutschland macht weiter (PC-WELT Online, 09.02.2001)

Amazon entlässt 1.300 Mitarbeiter (PC-WELT Online, 31.01.2001)

Zukunft von Gigabell ungewiss (PC-WELT Online, 17.10.2000)

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