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Preisgünstig: AMD stellt Ryzen 3 3100 und 3300X sowie B550-Chipsatz vor

07.05.2020 | 15:00 Uhr | Sebastian Schenzinger

AMD hat vor kurzem mit dem Ryzen 3 3100 und dem Ryzen 3 3300X zwei neue Einsteiger-CPUs angekündigt, welche ab Mai verfügbar sein sollen. Zudem gibt es ab dem 16. Juni neue Mainboards mit dem B550-Chipsatz und PCIe 4.0 Support.

Bei der ersten Ryzen-Generation setzte AMD noch auf drei Produktkategorien: Ryzen 7 als High-End-CPU, Ryzen 5 als Mittelklasseprozessor und Ryzen 3 als preisgünstige Einsteigervariante. Mit den darauffolgenden Zen+ Chips gab es in Europa nur noch einen Ryzen 3 Prozessor in Form einer APU - der Ryzen 3 2300X war hierzulande nicht erhältlich. Auch zu Release der Zen-2-CPUs gab es keinen Nachfolger für den einst so beliebten Ryzen 3 1300X. Jetzt hat AMD mit dem Ryzen 3 3100 und dem Ryzen 3 3300X jedoch die offiziellen Erbfolger vorgestellt, beide sollen bereits im Mai zum Kauf erhältlich sein. Am 16. Juni sollen dann neue Mainboards auf Basis des B550-Chipsatzes nachfolgen.

Unterschiede beim technischen Aufbau

Sowohl der AMD Ryzen 3 3100 als auch der AMD Ryzen 3 3300X sollen die Leistungsfähigkeit von Einsteiger-CPUs durch den Support von Simultaneous-Multithreading deutlich steigern. Beide CPUs basieren auf der Zen2-Architektur und verfügen über 18 MB Cache, welcher die Gaming-Performance deutlich erhöhen soll. Das kleinere Modell taktet standardmäßig mit 3,6 GHz und erreicht im Boost bis zu 3,9 GHz. Beim Ryzen 3 3300X liegt der Basistakt dagegen 200 MHz höher bei 3,8 GHz und im Boost-Takt bei bis zu 4,3 GHz. Der Preis der beiden Prozessoren soll bei 99 US-Dollar respektive 120 US-Dollar liegen - die Preise lassen sich inkl. Mehrwertsteuer im Regelfall 1:1 in Euro umrechnen.

Die beiden Quad-Cores AMD Ryzen 3 3100 & Ryzen 3 3300X sollen ab ~99 Euro erhältlich sein und im Boost bis zu 4,3 GHz erreichen.
Vergrößern Die beiden Quad-Cores AMD Ryzen 3 3100 & Ryzen 3 3300X sollen ab ~99 Euro erhältlich sein und im Boost bis zu 4,3 GHz erreichen.
© AMD

Die ideale Gaming-CPU: Kauf-Tipps für AMD und Intel

Tatsächlich unterscheiden sich die beiden neuen CPUs aber nicht nur bei den Taktraten, sondern haben einen grundlegend unterschiedlichen Aufbau. Das zu Grunde liegende CPU-Die (CCD) ist von den bereist erhältlichen Ryzen 3000 Prozessoren bekannt. Es setzt sich aus zwei sogenannten Core-Complexen (CCX) zusammen, welche jeweils bis zu 4 Kernen und 16 MB L3-Cache beherbergen können. Und hier kommen wir auch schon zum Unterschied: Wohingegen beim Ryzen 3 3100 in jedem der beiden CCX nur zwei Kerne und 8 MB L3-Cache aktiv sind, setzt der Ryzen 3 3300X auf ein einzelnes CCX im Vollausbau. Der daraus resultierende Vorteil ist eine kürzere Latenz bei der Kommunikation zwischen den Rechenkernen und dem direkt angebundenen Cache. Wie viel mehr Rechenleistung das in der Realität bedeutet, muss unser Test jedoch erst noch zeigen.

Der AMD Ryzen 3 3100 und der Ryzen 3 3300X unterscheiden sich im Aufbau deutlich.
Vergrößern Der AMD Ryzen 3 3100 und der Ryzen 3 3300X unterscheiden sich im Aufbau deutlich.
© AMD

Leistungseinordnung in Spielen und Anwendungen

AMD lässt die beiden neuen Prozessoren in seinem eigenen Marketingmaterial noch gegen Intels neunte Generation, konkret den Core i3-9100 und den Core i5-9400 antreten. Viel interessanter dürfte jedoch der Vergleich mit den erst kürzlich vorgestellten Intel Comet Lake-S Prozessoren ausfallen. Intel setzt im Einsteigerbereich jetzt nämlich ebenfalls auf Quad-Cores mit Hyper-Threading und auch die restlichen technischen Details fallen sehr ähnlich aus, wie Sie der folgenden Tabelle entnehmen können.

Modell

Kerne/Threads

TDP [W]

Boosttakt/Basistakt

Cache gesamt [MB]

PCIe-Support  

Preis [Euro]

Verfügbarkeit

AMD Ryzen 3 3300X

4C/8T

65

4,3/3,8

18

PCIe 4.0  

~120

Mai 2020

AMD Ryzen 3 3100

4C/8T

65

3,9/3,6

18

PCIe 4.0  

~99

Mai 2020

Intel Core i3-10300  

4C/8T

65

4,4/3,7  

n.a.  

PCIe 3.0  

~143  

27. Mai

Intel Core i3-10100

4C/8T

65  

4,3/3,6  

n.a.  

PCIe 3.0  

~122  

27. Mai

Core i5-9400(F)  

6C/6T  

65  

4,1/2,9  

10,5   

PCIe 3.0  

156  

Januar 2019  

Core i3-9100(F)  

4C/4T  

65

4,2/3,6

7  

PCIe 3.0  

73  

Mai 2019  

Laut AMD soll der Ryzen 3 3100 in Anwendungen bis zu 83 Prozent schneller sein als Intels Core i3-9100, in Spielen sind bis zu 21 Prozent mehr Leistung drin. Gerade bei der Anwendungsleistung kommt dem AMD-Prozessor natürlich der Support von Simultaneous-Multithreading zu Gute. Dieser Vorsprung dürfte jedoch mit dem kommenden Intel Core i3-10100 dahin sein. Wir sind auf jeden Fall schon gespannt, welcher der beiden Prozessoren in unserem Test bei den Einsteigermodellen als Sieger vom Platz gehen kann. In der folgenden Tabelle finden Sie die von AMD ermittelten Leistungswerte, welche wie immer mit Vorsicht zu genießen sind, da es sich um keinen unabhängigen Test handelt.

Die besten Gaming-PCs in jedem Preisbereich

Den Ryzen 3 3300X vergleicht AMD mit Intels Hexa-Core i5-9400 und kann dort laut dem Hersteller den Sieg davontragen. Obwohl die CPU zwei Rechenkerne weniger zur Verfügung hat, soll die Anwendungsleistung trotzdem um bis zu 43 Prozent höher liegen. Beim Gaming liegt der Vorsprung gemäß AMD bei bis zu 21 Prozent gegenüber dem Core i5-9400. Der Chip-Hersteller zieht auch noch einen sehr interessanten Vergleich mit Intels Top-Modell von 2017, dem Core i7-7700K. Hier liegt der AMD Ryzen 3 3300X in den zur Verfügung gestellten Charts um bis zu 11 Prozent vorne. Was an diesen von AMD genannten Zahlen dran ist, muss unser Test dann zeigen - ebenso wie ein direkter Vergleich mit dem kommenden Core i3-10300.

Interessant dürfte auch der direkte Vergleich zu AMDs hauseigenem Konkurrenten in Form des AMD Ryzen 5 1600 (12nm) ausfallen. Dieser ist zu einem Preis von knapp unter 100 Euro erhältlich und bietet dabei sechs Kerne mit Simultaneous-Multithreading. Die neuen CPUs Ryzen 3 3100 und Ryzen 3 3300X müssen hier also mit dem Takt punkten, um unseren derzeitigen Preis-Leistungs-Sieger im CPU-Vergleich Ryzen 5 1600 vom Thron zu stoßen. Gerade für einen günstigen Gaming-PC könnten die beiden neuen Modelle aber durchaus interessant werden. 

Über 60 neue Mainboards mit B550-Chipsatz

Blockdiagramm des AMD B550 Chipsatzes
Vergrößern Blockdiagramm des AMD B550 Chipsatzes
© AMD

Neun Monate nach der Veröffentlichung des X570-Chipsatzes soll am 16. Juni jetzt endlich auch der Mainstream-Chipsatz B550 nachfolgen. Über die Ryzen-3000-CPUs lassen sich 20 Kanäle per PCI-Express 4.0 nutzen, die vom B550-Chipsatz bereitgestellten Lanes sind allerdings im Gegensatz zu X570 nur mit PCIe 3.0 angebunden. Im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt sich dennoch die Bandbreite, da die 400er-Chipsätze noch auf PCIe 2.0 setzen. Neu ist im Vergleich zum Vorgänger B450 auch der Support von Dual-GPU-Systemen - das war bisher den X-Chipsätzen vorbehalten - und USB 3.2 Gen2 mit bis zu 10 GBit/s.

Die Features von B450, B550 und X570 im Vergleich.
Vergrößern Die Features von B450, B550 und X570 im Vergleich.
© AMD

Für Besitzer eines B450- oder X470-Mainboards hat AMD schlechte Neuigkeiten. Auf Grund des zu kleinen BIOS Chips - nur 16 MB, X570 und B550 haben 32 MB - ist kein Support der kommenden Zen-3-Generation geplant. Das bedeutet, wenn Sie in Zukunft ein Upgrade auf einen Ryzen 4000 Prozessor durchführen wollen, benötigen Sie mindestens ein B550- oder X570-Mainboard. Die zu Grunde liegende AM4-Plattform bleibt jedoch erhalten. Ob die B550-Mainboards auf einen aktiven oder passiven Chipsatz-Kühler setzen, bleibt laut AMD den jeweiligen Herstellern selbst überlassen, der Stromverbrauch des Chipsatzes soll jedoch auf einem ähnlichen Niveau wie bei X570 liegen.

Von den aktuellen AM4-Chipsätzen sollen nur B550 und X570 die kommenden Ryzen 4000 Prozessoren unterstützen.
Vergrößern Von den aktuellen AM4-Chipsätzen sollen nur B550 und X570 die kommenden Ryzen 4000 Prozessoren unterstützen.
© AMD

Alle neuen Modelle sollen ab dem 16. Juni im Handel erhältlich sein. Die B550-Platinen sollten auf jeden Fall günstiger zu haben sein als die X570-Mainboards aber vermutlich teurer als die B450-Vorgänger, da AMD den Einstiegspreis mit 100 US-Dollar angibt (im Regelfall 1:1 mit Steuern in Euro umrechenbar).

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