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Porno-Seite xHamster wird gesperrt in Deutschland – der Grund

03.03.2022 | 17:45 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Kommission für Jugendschutzmedien hat eine Sperrung des Porno-Portals xHamster beschlossen. Der Grund.

Die großen Internetanbieter in Deutschland müssen den Zugang zum Porno-Portal xHamster sperren. Das hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) am Donnerstag in einem Verfahren einstimmig beschlossen. Wie die KJM mitteilt , verstoße xHamster gegen den in Deutschland gültigen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und ist damit gesetzeswidrig. Über xHamster seien pornografische Inhalte frei zugänglich und der Betreiber stelle nicht sicher, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang dazu erhalten.

Die Sperrung von xHamster befand sich schon länger in der Überprüfung, wie wir auch im Dezember 2021 hier gemeldet hatten:
xHamster droht Netzsperre - Telekom und Vodafone prüfen erstmal.

Die KJM weist darauf hin, dass der Betreiber von xHamster, die auf Zypern ansässige Hammy Media Ltd., bereits im März 2020 von der zuständigen Landesanstalt für Medien NRW dazu aufgefordert worden war, eine Altersprüfung einzuführen, um damit seine Seite gesetzeskonform zu gestalten. Dieser Aufforderung sei aber nicht nachgekommen worden. "Daher müssen nun als erstes die fünf größten deutschen Internetanbieter den Abruf der Seite 'de.xhamster.com' blockieren", so die KJM. Die entsprechenden Bescheide seien zugestellt worden.

Pornos sind kein Kinderprogramm

"Pornos sind kein Kinderprogramm. Unser gesetzlicher Auftrag ist es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht ihrem Entwicklungsstand entsprechen. (...) Ein Porno-Angebot für Erwachsene ist so lange kein Problem, wie technische Schutzvorkehrungen die gesetzlichen Standards zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherstellen. Da xHamster das nicht tut, greifen wir als letztes Mittel auf Sperrverfügungen zurück. Wir schützen Kinder, nicht das Geschäftsmodell der Pornoindustrie", erklärt KJM-Vorsitzender Dr. Marc Jan Eumann.

"Freiheit im Netz kann nur funktionieren, wenn die Achtung der Menschenwürde und der Jugendschutz durch klare Regeln gewährleistet werden", sagt Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW und Europabeauftragter der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten.

Provider-Sperre lässt sich umgehen, aber...

In einer FAQ zur Sperrung räumt die KJM ein, dass sich die Provider-Sperren umgehen lassen. Es sei aber eine Hürde, die von Kindern und Jugendlichen bewusst umgangen werden müsse. Die Sperrung verhindere damit die "zufällige und ungewollte Konfrontation" mit den Porno-Angeboten. Außerdem ziele die Sperrung hauptsächlich auf die besonders schutzbedürftigen jüngeren Kinder ab, für die Access-Provider-Sperren sehr schwer zu umgehen seien. Ein wichtiges Ziel der Maßnahme sei es zudem, die Porno-Branche zur Einhaltung der deutschen Standards zu bringen, etwa durch die Nutzung von Altersverifikationssystemen. 

Betont wird auch, dass die Entscheidung nicht gegen den Grundsatz der Netzneutralität verstoße. Die Anbieter seien verpflichtet zur Sperre, wenn eine entsprechende behördliche Entscheidung vorliege. "Der vorzunehmende Eingriff in den Grundsatz der Neutralität der Durchleitung von Informationen ist dadurch gerechtfertigt", betont die KJM.

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