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Polizei will Mörder mit Amazon Echo überführen

28.12.2016 | 10:36 Uhr |

Ein Mann steht unter Mordverdacht. Die Polizei will ihn mit Hilfe von Amazon Echo überführen.

Die Polizei in Bentonville, einer Stadt im US-Bundesstaat Arkansas, bittet Amazon um Mithilfe bei der Aufklärung eines Mordfalls aus dem Jahr 2015, wie The Verge berichtet.  

In der Wohnung von James Andrew Bates war im November 2015 ein Mann namens Victor Collins tot in der Badewanne aufgefunden worden. Erwürgt und ertränkt. Bates bestreitet, dass er Collins ermordet habe.

Bates besitzt in seiner Wohnung mehrere Smart-Home-Geräte, darunter auch einen Nest-Thermostaten und ein Amazon Echo. Die Polizei verlangt nun von Amazon die Herausgabe der Audio-Aufzeichnungen und aller sonst von Amazon Echo erfassten Daten. Zudem fordert die Polizei die Herausgabe aller Vertragsdaten und sonstiger Informationen, die Amazon über Bates gesammelt hat.

Amazon hat der Polizei zwar die Liste mit den Käufen von Bates übergeben. Doch die von Echo aufgezeichneten Daten will Amazon aus Datenschutzgründen nicht herausrücken. Eine richterliche Anordnung liegt dazu noch nicht vor.

Die Polizei hat das Echo-Gerät beschlagnahmt und will nun die darauf befindlichen Daten unabhängig von Amazon auslesen lassen. Denn Echo besitzt in der Tat auch einen eigenen Speicher, auf dem Daten liegen. Laut Amazon startet Echo immer erst dann mit einer Aufzeichnung, wenn das Startwort “Alexa” gesprochen wird. Das bedeutet aber auch, dass Echo eben immer mitlauschen muss, was in der Wohnung passiert. Offensichtlich hofft die Polizei, dass Reste dieses „Mitgelauschten“ noch im Speicher des beschlagnahmten Echo-Gerätes liegen. Oder aber dass Echo versehentlich aktiviert wurde und deshalb Gespräche aus der Mordnacht aufgezeichnet hat.

Derzeit ist noch völlig unklar, ob die Polizei überhaupt für die Tat verwertbare Daten auf Echo findet. Doch ein anderes Gerät aus Bates‘ Wohnung liefert bereits ein Indiz für das Verbrechen. Denn ein smarter Wasserzähler hat aufgezeichnet, dass Bates in der Mordnacht eine große Menge Wasser verbrauchte. Vielleicht um die Mordspuren zu verwischen?

Unabhängig davon, wie dieser Fall ausgeht, so macht er klar, wie Smart-Home-Geräte in unsere Privatsphäre eindringen und unter Umständen sogar gegen uns verwendet werden können.



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