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Polizei warnt vor Bitcoin-Betrug - so läuft die Masche

28.10.2020 | 11:25 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Betrüger locken Internetnutzer mit einer aktuellen Betrugsmasche mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Tether, Libra, IOTA in die Falle.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor Bitcoin-Betrügern. Die Gangster versprechen "schnellen Reichtum mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Tether, Libra, IOTA", wollen aber nur selbst Kasse machen. Die Betrüger verschicken derzeit massenhaft Spammails, wie die Polizei berichtet. Die Mails verweisen auf unterschiedliche Webseiten, auf denen sich Nutzer, die mit Bitcoin Geld verdienen wollen, anmelden sollen. Die Gangster versuchen diese Webseiten möglichst vertrauenswürdig zu gestalten, indem sie darauf Gesichter und Namen von Prominenten, aber auch von TV-Sendern, Sendungen und Zeitschriften platzieren, die für das Investieren in Bitcoin & Co. angeblich werben. Unter anderen verwenden die Gangster missbräuchlich die Namen und Bilder/Logos von diesen Personen, Einrichtungen und Sendungen:

  • Klaas Heufer-Umlauf

  • Oliver Welke

  • Robert Geiss

  • Helge Schneider

  • Dieter Bohlen

  • Frank Thelen

  • Carsten Maschmeyer

  • ZDF

  • RTL

  • VOX

  • ProSieben

  • Bild

  • Die Höhle der Löwen

  • Late Night Berlin

Die Polizei hat hier Beispielbilder der fingierten Webseiten veröffentlicht.

Dazu präsentieren die Betrüger erfundene Geschichten von "glücklichen Menschen, die scheinbar in kurzer Zeit bereits viel Geld verdient haben. Die Namen sind jedoch frei erfunden und die Bilder stammen aus dem Internet und haben im Original keinen Bezug zu diesen Seiten", wie die Polizei warnt. Dazu kommen noch reißerische Formulierungen wie "Grossbanken wollen nicht, dass jemand von dieser geheimen Gelddruckmaschine erfährt" oder "Höhle der Löwen System macht deutsche Bürger reich! Sendung darf nicht ausgestrahlt werden, der Sender ist stinksauer". Dazu kommen dann noch die erfundenen angeblichen Erfolgsgeschichten. Um den betrügerischen Eindruck perfekt zu machen, werden auf besagten Webseiten auch noch angebliche Facebook-Kommentare abgebildet, die den Erfolg der angepriesenen Anlagemethoden belegen sollen.

Der Zweck der derart fingierten Seiten: Der Anwender soll dort einen Account anlegen. Dafür muss man persönliche Daten wie Name, Anschrift, Mailadresse, Bankverbindung sowie – ganz gefährlich! - Scans des Personalausweises und/oder Selfies mit Ausweis in der Hand hochladen. Mit diesen sensiblen Daten ist Identitätsdiebstahl möglich. Der Identitätsdiebstahl ist aber nur ein Aspekt dieser Betrugsmasche. Der andere: Die Anwender, die sich auf den gefälschten Webseiten anmelden, sollen Geld überweisen, mit dem dann angeblich in Bitcoins investiert werden soll.

Die Betrüger treiben ihren Betrug sogar auf die Spitze und zeigen dem Benutzer, wenn er sich auf den Seiten wieder einloggt, fingierte Kontoauszüge, die die angeblich bereits mit dem Bitcoin-Investment erzielten Gewinne beweisen sollen. Mails und sogar Anrufe sollen ebenfalls die Gewinne bestätigen, so die Polizei. Die Betrüger bieten dann an, sich den Gewinn auszahlen zu lassen – dafür müsse der Anwender aber noch eine Gebühr bezahlen. Oder aber man investiert weiter und überweist noch mehr Geld an die Betrüger.

Besonders fies: Die Betrüger zahlen anfangs sogar 500 Euro an die Nutzer aus, um deren Vertrauen zu gewinnen. Damit diese anschließend um so mehr investieren. Dieses Geld ist dann aber verloren.

Die Polizei rät: Jeder Betroffene soll Anzeigenerstattung bei der örtlichen Polizeidienststelle Anzeige erstatten.

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