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Polizei: Warnung vor Whatsapp-Betrug - aber Telefonbetrug weiter eine Gefahr

02.03.2022 | 15:17 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Polizei hat ihre Warnung vor einer neuen Betrugsvariante via Whatsapp verschärft. Es werden immer mehr Opfer bekannt. Update: Doch Telefonbetrug ist ebenfalls weit verbreitet.

Whatsapp-Betrug greift immer mehr um sich

Die Polizei erneuert ihre Warnung vor eine neuen Betrugsmasche mit Whatsapp. In einem aktuellen Fall überwies das Opfer ca. 2.000 Euro.

In diesem Fall schickten die Betrüger eine Whatsapp an das Opfer und gaben sich als die Tochter des Opfers aus. Die Betrüger erklärten gleich bei der Kontaktaufnahme, weshalb sie eine andere Telefonnummer als sonst verwenden würden: Das Handy sei angeblich verloren gegangen. Die Polizei schreibt weiter: „Sobald die Opfer auf die Nachricht reagieren, wird eine Notlage vorgetäuscht und erklärt, dass dringend ein Geldbetrag auf ein Bankkonto überwiesen werden müsse.“

Die Polizei gibt in Zusammenhang mit diesem immer mehr um sich greifenden Whatsapp-Betrug folgende Tipps:

  • Fragen Sie persönlich nach, wenn Sie von einer bis dato unbekannten Handynummer über Messenger-Dienste wie WhatsApp kontaktiert werden.

  • Nehmen Sie unbekannte Rufnummern nicht einfach als Kontakte auf.

  • Werden Sie misstrauisch, wenn Sie über Messenger-Dienste zu Geldzahlungen aufgefordert werden. 

  • Falls sie nach Aufforderung bereits eine Überweisung getätigt haben, kontaktieren Sie sofort die Bank und veranlassen Sie eine Rücküberweisung.

  • Stellt sich heraus, dass es sich um einen Betrug handelt, erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.

  • Löschen Sie keinesfalls den Chatverlauf.

Update vom 2.3.: Betrügerische Anrufe gibt es nach wie vor

Ungeachtet der hier genannten Beispiele für Betrug via Whatsapp betont die Polizei aber, dass viele derartige Betrugsversuche nach wie vor per Anruf und nicht nur per Whatsapp erfolgen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Zielgruppe sind ältere Damen und Herren. Diese dürfte eher selten Whatsapp verwenden. Zwei aktuelle Beispiele für solche betrügerischen Anrufe haben wir herausgesucht, sie sind exemplarisch für die Masche:

Schockanrufer versuchten Frau um Erspartes zu bringen

Betrug durch falsche Gewinnversprechen - Anrufer fordern Geld

Update Ende

Weitere Beispiel für Whatsapp-Betrug

Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche per Whatsapp. Die betrügerischen Nachrichten kommen von Telefonnummern, die den Empfängern nicht bekannt sind. Der Absender gibt sich als der Sohn des Geschädigten aus. In der WhatsApp-Nachricht bietet der Unbekannte seinen „Dad“ darum, zwei Rechnungen in Höhe von mehreren tausend Euro zu begleichen.

In einem konkreten Fall aus dem Raum Kaufbeuren fiel ein Senior auf so eine Whatsapp herein und bezahlte seinem angeblichen Sohn tatsächlich zwei Rechnungen über mehrere tausend Euro via Online-Banking. Erst nachdem er die Überweisung bereits getätigt hatte, fielen ihm beim erneuten Durchlesen die „vielen Rechtschreibfehler im Text der Mitteilungen seines vermeintlichen Sohnes“ auf, wie die Polizei schreibt.

Dass die Kontaktaufnahme per Whatsapp und nicht mehr per Anruf erfolgt, ist eine noch relativ junge Entwicklung, die 2021 ihren Anfang nahm. Der Polizei sind aber schon einige erfolgreiche Betrügereien mit solchen Messengernachrichten bekannt. Dabei erbeuteten die Betrüger mehrere Zehntausend Euro.

Neue Variante einer alten Betrugsmasche

Letztendlich ist das nur die geschriebene Variante des alten „Enkeltricks“ per Telefonanruf. Diese Betrugsmasche zielt auf ältere und allein stehende Personen. Die Anrufe beginnen typischerweise mit Sätzen "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen. Die Betrüger geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Die Polizei schreibt den in den Anrufen genannten Ablauf folgendermaßen: „Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.“

Das rät die Polizei: So enttarnen Sie Enkeltrickanrufe

  • Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer immer auf, ihren Namen selbst zu nennen.

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie nicht erkennen.

  • Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

  • Geben Sie keine Details zu Ihren Verhältnissen preis.

  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen.

  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen.

  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

  • Informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.

  • Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

  • Dieser Tipp wird gerne übersehen: Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.

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