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Personelle Konsequenzen

06.11.2001 | 09:13 Uhr |

Ungewiss ist nach dem Vignette-Debakel auch die Zukunft von "Bild.de"-Chefredakteur Udo Röbel und seinem Stellvertreter Uwe Dulias. Letzterer werde innerhalb des Axel Springer Verlags künftig "andere Aufgaben wahrnehmen", lautet die offizielle Sprachregelung. Röbel, zuletzt Inhaltechef der neuen Bild-T-Online AG, verlässt laut dem Informationsdienst "Der Kontakter" das Unternehmen.

Dass das Vignette-System grundsätzlich auch für nachrichtenorientierte Websites geeignet ist, beweist das Beispiel "Spiegel.de" . Der Online-Ableger des Hamburger Nachrichtenmagazins setzt für sein Redaktionssystem ebenfalls die Content-Management-Software der Texaner ein. Zwar müsse man für die Einführung einschließlich aller Vorarbeiten und eigenentwickelter Anwendungen "mehrere Mannjahre" veranschlagen, berichtet ein Technikverantwortlicher. Doch anders als das Springer-Vorhaben konnte das Projekt zumindest nach außen hin geräuschlos abgeschlossen werden. Auch der US-amerikanische IT-Nachrichtendienst Cnet verwendet die Content-Management-Software.

Gleichwohl ist die Einführung des Vignette-Systems alles andere als trivial. Wegen des hohen Anpassungs- und Integrationsaufwands sind Projektlaufzeiten von sechs bis zwölf Monaten üblich. In der Branche wird das Produkt deshalb gelegentlich mit SAPs Monolith R/3 verglichen. Nicht alle Großkunden Vignettes, darunter hierzulande auch Daimler-Chrysler, Volkswagen oder das ZDF, nehmen dies in Kauf. So kippte der Versicherungskonzern Allianz Anfang dieses Jahres ein Internet-Service-Projekt auf Basis von "Vignette V" nach rund sieben Monaten. Dem Berliner Dienstleister Pixelpark war es nicht gelungen, das rund zehn Millionen Mark teure Projekt zeitgerecht abzuschließen.

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