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Peloton setzt Produktion aus - zu viele Fitnessgeräte gebaut

21.01.2022 | 13:00 Uhr | Peter Müller

Zuviel des Guten: Peloton hat sich vom Boom der ersten beiden Pandemiejahre zu Überproduktion verleiten lassen.

Peloton, Hersteller vernetzter Fitnessgeräte, hat sich offenbar verschätzt. Wie CNBC berichtet , will das Unternehmen die Produktion seines Fitness-Fahrrades Bike von Februar bis März aussetzen, das teurere Bike+ baut man schon seit Dezember nicht mehr und wird auch erst im Juni wieder damit beginnen. Neue Laufbänder werde Peloton das komplette Jahr keine bauen.

Stattdessen wolle das Unternehmen seinen Lagerbestand abbauen, während der Corona-Krise hatte Peloton die Produktion deutlich gesteigert, aber offenbar die Nachfrage überschätzt und zugleich das Angebot der Konkurrenz unterschätzt. Dazu gehört unter anderem auch Apple, das zwar keine eigenen Fitnessgeräte baut, dessen Dienst Fitness+ aber auf beliebigen Ergometern nutzbar ist und so mit den Diensten Pelotons im Wettbewerb steht.

Hoher Preis, starke Konkurrenz

Peloton verlangt stolze Preise für seine Produkte, das Peloton Bike ist ab 1.495 Euro zu haben, eine Peloton-Mitgliedschaft kostet 39 Euro im Monat. Zum Vergleich: Apple verlangt für Fitness+ nur 9,99 Euro im Monat. Für die Kosten eines Peleton-Rades bekommt man auch eine halbwegs taugliche Kombination von Apple Watch, Apple TV, Bildschirm und Fahrradergometer – zumal man sich selten alle Komponenten neu anschaffen muss.

Peloton hat im letzten Jahr massiv an Wert an der Börse verloren, das Unternehmen ist derzeit nur noch 7,9 Milliarden US-Dollar in Aktien wert, die Marktkapitalisierung hatte maximal 50 Milliarden US-Dollar erreicht.

Mit Überproduktion wegen Fehleinschätzung der Nachfrage kennt sich Apple bestens aus, hat seit den Achtzigern keine schwerwiegenderen Fehler mehr begangen. Restbestände der Lisa, dem ersten Apple-Computer mit grafischer Benutzeroberfläche, den Apple 1983 vorgestellt hatte, musste der Hersteller nach steuerlicher Abschreibung in der Wüste von Utah vergraben, später blieben einige Macs oder Geräte wie der Newton Ladenhüter. Spätestens seit der heutige CEO Tim Cook für die Lieferkette als COO verantwortlich wurde, steuert Apple recht genau seine Produktion nach – und kann allenfalls sehr starke Nachfrage nur schwer befriedigen.

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