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Parrot entwickelt Spionage-Drohne für US-Armee

29.05.2019 | 11:21 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Parrot soll eine Spionage-Drohne für die US-Armee entwickeln. Die Drohne soll mindestens 30 Minuten lang Feindaufklärung betreiben und in den Rucksack eines Soldaten passen.

Parrot kennt man vor allem von seinen Freizeit-Drohnen sowie von Android-basierten Infotainmentsystemen für Autos. Zwischenzeitlich verkaufte Parrot auch einen smarten Blumentopf, mit dem das Unternehmen aber keinen "Blumentopf" bei uns gewinnen konnte – das Gerät versagte im Test. Doch jetzt hat das französische Unternehmen einen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums gewonnen: Es soll eine Spionage-Drohne für militärische Zwecke entwickeln.

Das US-Verteidigungsministerium wählte insgesamt sechs Unternehmen für die Entwicklung fliegender Spionagedrohnen aus, wie The Verge berichtet. Die Drohnen sollen für die US-Armee auf kurze Distanzen aufklären, dienen also zur Nah-Aufklärung für vorrückende Truppen. Als Ausgangsbasis für die Spionagedrohne von Parrot soll wohl die Parrot-ANAFI-Plattform dienen.

Das US-Verteidigungsministerium stellt für das Drohnenprojekt insgesamt elf Millionen US-Dollar bereit. Wie viel davon Parrot erhält, ist unbekannt. Die Drohne soll mindestens 30 Minuten lang und bis zu drei Kilometer weit fliegen können. Sie soll höchstens 1,5 Kilogramm schwer sein und sich in weniger als zwei Minuten zusammenbauen lassen. Sie soll zudem in den Standardrucksack eines Soldaten passen.

Mit dem Deal bekommt Parrot beim US-Militär einen Fuß in die Tür und darf auf weitere Aufträge hoffen. Das dürfte für die Franzosen wichtig sein, denn der Markt für Freizeitdrohnen ist hart umkämpft, zumal DJI hier dominiert. Der Markt für militärisch genutzte Drohnen ist riesig und wächst weiter, hier wird deutlich mehr Geld umgesetzt als mit zivilen Freizeitdrohnen.

Unter den fünf anderen vom Verteidigungsministerium ausgewählten Unternehmen befindet sich dem Bericht zufolge nicht der bekannte Drohnen-Hersteller DJI. Das ist keine Überraschung, denn DJI kommt aus der Volksrepublik China, mit dem die USA nicht nur bei der politischen und militärischen Einflussnahme im asiatischen Raum konkurrieren, sondern sich derzeit auch einen zunehmend eskalierenden Handelsstreit liefern ( Stichwort: Huawei ). Als die deutsche Bundesmarine ausgerechnet Drohnen von DJI für seine Aufklärungszwecke auswählte, gab es Kritik, weil dadurch möglicherweise der chinesische Geheimdienst Zugriff auf die von der Drohne für die Bundesmarine erfassten Daten erhalten könnte.


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