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Panne: Mit Google Nest Cam ließ sich in fremde Wohnungen schauen

21.06.2019 | 15:44 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wer eine Google Nest Cam weiter verkauft hat, konnte unter Umständen beim neuen Besitzer in dessen Wohnung schauen.

Google ist wieder eine Datenschutz-Panne bei einem seiner Smart-Home-Produkte unterlaufen. Das Unternehmen musste einräumen, dass der Vorbesitzer einer Nest-Cam-Überwachungskamera auf die Kamera auch noch nach dem Verkauf und dem Zurücksetzen der Kamera zugreifen konnte. Der Vorbesitzer konnte so über die Nest Cam in die Wohnung des neuen Besitzers schauen.

Wenn also Person A ihre Nest Cam an Person B verkauft und Person B die Nest Cam laut den Anweisungen von Google auf die Werkseinstellungen (englisch: Factory Reset) zurücksetzt, dann sollte man eigentlich meinen, dass Person A keinerlei Zugriffsmöglichkeiten mehr auf die verkaufte Nest Cam besitzt. Doch dem war nicht so, Person A konnte bisher durchaus noch auf Einzelaufnahmen der längst in einer fremden Wohnung filmenden Kamera zugreifen. Das berichtet unter anderem Betanews unter Berufung auf Wirecutter.

Das Problem trifft aber nur auf, wenn die Nest Cam von Person A mit dem Gerät eines Drittanbieters verbunden wurde, konkret mit dem Home-Hub Wink und zusätzlich mit dem Dienst Works with Nest (den Google aber kürzlich eingestellt hat). Über die eigentliche Nest-App konnte Person A dagegen nicht mehr auf die verkaufte Nest Cam zugreifen. Zudem ließ sich das Problem nur mit der Nest Cam Indoor nachvollziehen, nicht aber mit anderen Nest-Kameras.

Person A hatte zwar keinen vollständigen Zugriff auf die verkaufte Kamera, sie konnte diese also nicht fernsteuern. Und Person A konnte auch nicht den vollständigen Videostream ansehen. Doch immerhin konnte Person A auf Stand-Bilder der Kamera noch zugreifen. Der neue Besitzer der Nest Cam bekam davon nichts mit.

Google hat das Problem bestätigt und bereits per Auto-Update beseitigt. Besitzer einer Nest Cam müssen nicht aktiv werden. Google konnte weder sagen, wie lange dieses Problem bereits bestand, noch wie viele Benutzer betroffen waren.

Das ist nicht die erste Panne in Sachen Datenschutz und Privatsphäre, die Google mit Smart-Home-Produkten erlebt. Im Februar 2019 musste Google einräumen, dass im Nest Secure Home System ein Mikrofon verbaut ist. Davon wussten die Kunden jedoch nichts.

Und im Oktober 2017 wurde bekannt, dass frühe Exemplare von Google Home Mini ungewollt alles aufgezeichnet und die Audiodaten direkt an Google geschickt haben.  

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