2474419

Pädo-Typ: Musk siegt in Verleumdungs-Prozess

09.12.2019 | 10:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Elon Musk hatte einen Taucher als "Pädo-Typ" bezeichnet. Ein Gericht sprach den Tesla- und Space-X-Chef jetzt vom Vorwurf der Verleumdung frei.

Ein US-Gericht hat Elon Musk von dem Vorwurf der Verleumdung freigesprochen, wie The Verge berichtet. Elon Musks Kommentar: "Mein Glaube an die Menschheit ist wiederhergestellt."

Als im Sommer 2018 12 Mitglieder einer Jugendfußball-Mannschaft mit ihrem Trainer in einer Höhle in Thailand von eindringenden Wassermassen überrascht und eingeschlossen wurden, wollte sich auch Elon Musk an der Rettung der Jungen beteiligen. Sein Raumfahrtunternehmen Space X baute in Rekordzeit ein Mini-U-Boot namens „Wild Boar“ (Wildschwein), das dann auch zur Höhle transportiert wurde. Dort wurde es aber nicht eingesetzt, die Rettung gelang Tauchern auf konventionellem Weg, wobei ein Retter ums Leben kam.

Ein an der Rettungsaktion beteiligter Taucher, der Brite Vernon Unsworth, hatte Musks U-Boot als PR-Stunt kritisiert und ihm gesagt, er könne sich "sein U-Boot dahin schieben, wo es weh tut" (“stick his sub where it hurts”). Musk rastete daraufhin aus und bezeichnete den Briten via Twitter als "pedo guy" ("Pädo Typ"). Unsworth verklagte daraufhin Musk wegen Verleumdung, Musk hatte sich zuvor bereits für seine missglückte Wortwahl entschuldigt und die beleidigenden Tweets gelöscht.

Der Rechtsanwalt von Unsworth hatte insgesamt 190 Millionen US-Dollar an Schadenersatz beziehungsweise Schmerzensgeld verlangt.
Die Jury des Gerichts stellte fest, dass Musks Tweet keine Verleumdung sei. Musk müsse also kein Schmerzensgeld an Unsworth zahlen. Die Jury begründete ihrer Entscheidung unter anderem damit, dass Leser des Tweets gar nicht wissen konnten, dass damit Unsworth gemeint war.

Musk hatte dagegen argumentiert, dass er Unsworth nicht als tatsächlichen Pädophilen hinstellen wollte, sondern dass das von ihm verwendete „Pädo-Typ“ einfach nur eine gängige Beleidigung gewesen sein. Ohne konkreten Bezug zu Kindesmissbrauch. Zudem betont Musk, dass er zu dem Zeitpunkt, als er seinen beleidigenden Tweet abgeschickt habe, nicht gewusst habe, dass Unsworth an der Rettungsaktion beteiligt gewesen war.

Beim Verlassen sagte der erleichterte Musk: "Mein Glaube an die Menschheit ist wiederhergestellt."

Elon Musk ist mit Mini-U-Boot an der Höhle

PC-WELT Marktplatz

2474419