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PC-Besitzer subventionieren Sportschau und Telenovelas

15.02.2006 | 16:00 Uhr |

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten begründen die GEZ-Pflicht unter anderem mit ihrem Bildungs- und Informationsauftrag sowie mit der Pflicht, hochwertige Inhalte bereit zu stellen: "Einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Er soll hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern" steht im Rundfunkstaatsvertrag.

Doch daran darf man in vielen Fällen zweifeln. Die zunehmend um sich greifenden Telenovelas, mit denen unter anderem das ZDF seine Zuschauer heimsucht ("Bianca - Wege zum Glück" - das schreit ja förmlich nach Bildung), die Lindenstraße der ARD sowie die bereits oben erwähnten Bildungsungeheuer "Wetten dass…?" und Musikantenstadl sind nur einige von vielen Beispielen für öffentlich-rechtliche Inhalte, wie sie problemlos auch bei den privaten Sendern laufen könnten. Warum werden solche Inhalte aber im Fall der staatlichen Sender durch eine Zwangsabgabe finanziert, wohingegen RTL, Pro7 und Co. derlei seichte Unterhaltung immerhin selbst finanzieren müssen?

Wer ab dem 1. Januar 2007 für seinen PC GEZ-Gebühren berappen muss, subventioniert darüber hinaus auch kostspielige Inhalte, die ihn unter Umständen überhaupt nicht interessieren.

Denn ARD und ZDF geben Millionen für Sportübertragungen aus. Aber nicht jeder möchte Klinsmanns Kickern im Sommer beim Rumstolpern auf dem Rasen zuschauen. Nicht jeder möchte abends mit olympischen Ergüssen aus Turin beglückt werden. Und keineswegs für jeden GEZ-Zahler ist die Sportschau am Samstag Abend der Höhepunkt des Wochenendes. Und doch geben ARD und ZDF für diese sehr speziellen Inhalte erhebliche Teile ihres Etats aus.

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