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P- und Mate-Sparte vor Verkauf? Huawei dementiert Gerüchte

26.01.2021 | 11:49 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Einem Bericht zufolge könnte sich Huawei von seinen Premium-Handys der P- und Mate-Reihe trennen. Huawei dementiert dies gegenüber PC-WELT.

Huawei will sich angeblich von seinen Premium-Smartphones-Marken trennen wollen. Das berichtet jedenfalls exklusiv die Nachrichtenagentur Reuters am Montagnachmittag. Gegenüber PC-WELT dementierte Huawei Deutschland mit folgendem Statement diese Gerüchte, binnen weniger Minuten nach unserer Anfrage:

"HUAWEI hat zur Kenntnis genommen, dass unbestätigte Gerüchte über den möglichen Verkauf unserer Flaggschiff-Smartphones im Umlauf sind. An diesen Gerüchten ist nichts dran. HUAWEI hat keine derartigen Pläne. Wir bleiben unserem Smartphone-Geschäft voll und ganz verpflichtet und werden weiterhin weltweit führende Produkte und Technologien für Konsumenten auf der ganzen Welt entwickeln und liefern.“

Als Quelle nennt Reuters "zwei Personen", die über die Angelegenheit "direkt" informiert sein sollen. Demnach befinde sich der chinesische Hersteller Huawei, der zweitgrößte Smartphone-Herstellern der Welt, in frühen Gesprächen mit möglichen Interessenten an den Premium-Smartphone-Marken der P- und Mate-Reihe. Letztendlich würde dies bedeuten, dass sich Huawei aus dem Markt der Premium-Smartphones zurückzieht und nur noch die Produktion quasi "normaler" Smartphones plant, wenn die Gerüchte zutreffen...

US-Sanktionen soll Grund für Verkaufspläne sein

Konkret soll sich Huawei bereit seit September 2020 in Gesprächen mit einem Konsortium in Shanghai befinden, dem staatlich unterstützte Investment-Unternehmen angehören. Den beiden Quellen zufolge, sei der Ausgang der Gespräche aber noch vollkommen offen. Bei Huawei sei also noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, ob ein Verkauf der Premium-Smartphones-Marken überhaupt in Betracht gezogen wird.

Zu den Gründen für die angeblichen Gespräche sollen die US-Sanktionen gegen Huawei zählen. Den beiden Quellen zufolge, habe Huawei Schwierigkeiten, an ausreichende Mengen an Chips für seine beiden Premium-Smartphone-Marken zu gelangen. Auch die Produktion der Kirin-CPUs soll darunter leiden.

Eine Besserung der Situation mit der neuen Biden-Administration stehe nicht in Aussicht. Das Unternehmen versuche "seine selbst entwickelten High-End-Kirin-Chips, die seine Smartphones antreiben, im eigenen Land zu produzieren", heißt es in dem Reuters-Bericht.

Huawei hatte sich im November von Honor getrennt

Im November 2020 hatte Huawei offiziell den Verkauf von Honor angekündigt. Begründet wurde dies damals mit dem "enormen Druck" auf das Consumer-Geschäft des Unternehmens, was auf die "anhaltende Nichtverfügbarkeit der technischen Elemente" zurückzuführen sei, die zur Aufrechterhaltung des Mobilfunkgeschäfts nötig seien. Der Verkauf an Shenzhen Zhixin New Information Technology sollte Honor dabei helfen, die schwierige Zeit zu überstehen. Dem Konsortium, an das Honor verkauft wurde, gehören 30 Händler an und es wird von der Regierung von Shenzhen unterstützt.

Der Verkauf hat Honor in der Tat nicht geschadet, im Gegenteil: In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass das neue aufgestellte Unternehmen Honor Partnerschaften mit den US-Unternehmen Qualcomm, AMD, Microsoft und Intel plant. Bei der Gelegenheit wurde mit Honor View40 auch gleich ein neues Smartphone zunächst für den chinesischen Markt vorgestellt. Sobald die Partnerschaften mit den US-Unternehmen unterzeichnet sind, könnte das Smartphone auch mit Google-Diensten auf den Markt kommen.

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