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Opera kommt mit Sprachsteuerung

04.11.2004 | 16:21 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

PC-WELT: Wenn Sie ohnehin schon mit Google kooperieren – planen Sie dann auch ein Desktop-Suchtool?

Tetzchner: Nein, Google ist die Nummer Eins in Sachen Suche, das ist nicht unser Bereich.

PC-WELT: Die personalisierte Werbung in Opera basiert ja darauf, dass Google Informationen über das Surfverhalten des Benutzers bekommt, diese auswertet und dann passende Werbung einspielt. Gab es dazu Kritik von den Benutzern?

Tetzchner: Fast gar nicht. Ich denke, es ist wichtig, dass man von Anfang an genau erklärt, was man wie macht. Dann kann der Anwender entscheiden, ob er das möchte oder es bleiben lassen. Nach wie vor kann ja jeder Opera auch ohne die personalisierte Werbung nutzen.

PC-WELT: Firefox ist nur eine Auskoppelung der Mozilla-Suite. Plant Opera einen ähnlichen Schritt, um an den Erfolg des Firefox anschließen zu können? Also einen reinen Opera-Browser ohne integrierten Mailclient und Chat-Programm?

Tetzchner: So ähnlich. Bei der nächsten Version von Opera wird der Anwender die Wahl-Möglichkeit zwischen einem reinen Browser und der kompletten Suite haben. Aber anders als bei Mozilla/Firefox handelt es sich dann nicht um zwei unterschiedliche Programme, sondern nur um eines, dessen Oberfläche sich dem Anwender aber wahlweise als reiner Browser oder als die bekannte Komplettsuite präsentiert.

PC-WELT: Wann kommt denn die nächste Opera-Version und was bringt sie an wesentlichen Neuerungen?

Tetzchner: Normalerweise äußere ich mich nicht zu den Neuerungen einer neuen Opera-Version. Aber da mit Opera 7.60 ohnehin noch in diesem Jahr zu rechnen ist, kann ich Ihnen ja eines verraten: Opera 7.60 wird Sprachsteuerung unterstützen. Der Anwender kann den Browser dann komplett mit gesprochenen Befehlen steuern. Zur Benutzung empfiehlt sich ein Headset.

PC-WELT: Klingt spannend. Muss die Spracherkennung zuerst trainiert werden?

Tetzchner: Fast gar nicht, dass sollte eigentlich schnell und ohne Training funktionieren. Gegebenenfalls können Sie die Befehle auch selbst anpassen. Zuerst wird die Steuerung nur auf Englisch funktionieren, aber wenn im neuen Jahr die deutsche Version erscheint, wird auch sie dieses Feature besitzen. Für die Sprachsteuerungs-Technologie arbeiten wir mit IBM zusammen.

Unser Ziel ist es, die Bedienung von Opera so intuitiv wie möglich zu gestalten. Sprachsteuerung ist da ein ganz wichtiger Schritt. Zudem können damit auch Menschen mit körperlichen Behinderungen im Bereich der Arme oder der Motorik leichter im Internet surfen. Das ist uns wichtig, behinderte Surfer liegen uns sehr am Herzen. Bereits die einfach zu bedienende Zoom-Funktion in Opera geht in diese Richtung: Menschen mit Sehschwächen können sich so das Leben mit dem Browser erleichtern.

Neben der einfachen Bedienbarkeit ist die Sicherheit ein weiteres wichtiges Thema für uns und ein wichtiges Argument für Opera. Wir beheben Sicherheitsmängel umgehend. Dafür arbeiten wir mit einer Reihe von Sicherheitsunternehmen zusammen, die unser Produkt auf Schwachstellen testen. Wenn sie welche feststellen, informieren sie uns. Dazu gehört auch Secunia . Deren Experten geben uns immer einige Tage Vorlauf bei einer neu entdeckten Lücke, damit wir diese beseitigen können. Wenn Secunia dann die Öffentlichkeit über dieses Problem informiert, haben wir es schon beseitigt.

PC-WELT: Herr von Tetzchner, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen noch einen schönen Aufenthalt in Deutschland.

Das Interview führte Hans-Christian Dirscherl, Redakteur Software & pcwelt.de.

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