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Opera 37: Werbeblocker macht noch Zicken

06.05.2016 | 09:05 Uhr |

Die neue Opera-Generation basiert auf Chromium 50 und kommt mit eingebautem Werbeblocker sowie einem so genannten Video Pop-out. Außerdem sind etliche Schwachstellen im Chromium-Unterbau beseitigt.

Opera liefert mit der neuen Browser-Version 37.0.2178.32 für Windows, Mac und Linux zwei neue Funktionen, die der Hersteller als Alleinstellungsmerkmal betrachtet. Als erster Browser bringt Opera 37 einen eingebauten Ad-Blocker mit, der vor allem mehr Geschwindigkeit beim Seitenaufbau erzielen soll. Ein kleines, frei platzierbares Video-Fenster soll es dem Anwender ermöglichen ein im Browser gestartetes Video zu verfolgen, während er weiter im Web surft.

Opera basiert wie Google Chrome auf Chromium, der quelloffenen Grundversion des Google-Browsers. Insofern erbt Opera auch alle Sicherheitslücken, die in Chromium stecken, muss sich jedoch nicht um deren Beseitigung kümmern. In der ersten stabilen Chrome-Version 50.0.2661.75 haben die Google-Entwickler 20 Schwachstellen behoben. Opera 37.0.2178.32 basiert auf Chromium 50.0.2661.87, also sind wohl einige der neun Lücken, die in Chrome 50.0.2661.94 gestopft wurden, noch an Bord.

Opera 37 mit Werbeblocker und Speedtest
Vergrößern Opera 37 mit Werbeblocker und Speedtest

Auf den integrierten Werbeblocker sind wir bereits im März eingegangen, noch auf Basis einer Beta-Version. Auch in der finalen Opera-Version funktioniert der Werbeblocker nur bedingt. Einerseits wirkt der Adblocker-Blocker auf bild.de – die Website kann mit Opera nicht normal genutzt werden. Andererseits bleiben auf diversen Websites etliche Werbebanner offenbar unangetastet. Der Unterschied zum Aufruf ohne aktivierten Werbeblocker ist jedoch zum Teil augenfällig: es werden andere Anzeigen geladen, etwa auch auf pcwelt.de. Der in Opera eingebaute Speedtest, der den Unterschied der Ladezeiten mit und ohne Werbung verdeutlichen soll, funktioniert auch nur bedingt.

Opera 37 mit Video Pop-out
Vergrößern Opera 37 mit Video Pop-out

Das so genannte Video Pop-out soll es ermöglichen ein im Browser geladenes Video in einem frei auf dem Desktop verschiebbaren, rahmenlosen Fenster zu schauen, während im Browser andere Websites im Vordergrund geladen sind oder man mit einem anderen Programm arbeitet. Es wird über ein am oberen Rand des Videos eingeblendetes Symbol aktiviert. Zunächst ist das Fensterchen mit 360 x 200 Punkten recht klein, lässt sich jedoch manuell auf ein brauchbares Format vergrößern. Opera merkt sich die Fenstergröße allerdings nur bis zum Beenden der Browser-Sitzung. Zudem funktioniert das Auslagern eines Video nicht überall: bei Youtube klappt es, auf pcwelt.de nicht.

Fazit: die beiden neuen Funktionen in Opera 37 sind noch nicht das, was Opera wieder zum Lieblings-Browser vieler Anwender machen könnte. Da ist noch Luft nach oben. Möglicherweise kann der kostenlose integrierte VPN-Dienst mehr Begeisterung wecken, der für Opera 38 erwartet wird.

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