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Online-Kontakte und Netzidentität

01.02.2008 | 10:05 Uhr |

Der Kontakt wird online wie offline in einer ähnlichen Geschwindigkeit aufgebaut und die Menschen drücken sich etwa gleich direkt oder zurückhaltend aus. Im Internet scheint die Kontakt-Hemmschwelle jedoch niedriger zu sein, die Mehrheit geht aktiver auf andere zu.

Obwohl die Nutzer aktiver auf andere zugehen, geben sie weniger über sich preis, als sie vielleicht einem neuen Bekannten auf einer Party erzählen würden. Tiefgründige Gespräche finden also kaum statt.

Vielleicht liegt das daran, dass sie noch nicht wissen ob sie den Online-Freund auch in der realen Welt in ihren Freundeskreis aufnehmen würden. Dazu kommt es jedoch so gut wie nie: Nur 4 Prozent lernen ihre Internet-Bekanntschaften immer oder fast immer im wirklichen Leben kennen. Ein Drittel davon sind junge Erwachsene im Alter zwischen 19 und 25 Jahren sowie 17 Prozent Jugendliche.

Die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass das Leben im Netz andere Qualitäten erfordert als das Leben in der realen Welt. Wenn man in der Online-Welt akzeptiert werden will, muss man sich umstellen.

So wird man beispielsweise kontaktfreudiger, versucht aber gleichzeitig weniger von sich preiszugeben.

Man könnte denken das so genannte "Online-Nerds" das Internet als eigene Welt sehen und mehr oder weniger darin leben. Die Umfrage-Ergebnisse widersprechen jedoch dieser in der Öffentlichkeit gängigen Meinung.

Unter den jugendlichen Befragten bis 25 Jahren sind etwa ein Viertel der Ansicht, dass das Online-Leben andere Qualitäten erfordert als das reale Leben.

Obwohl diese Altersgruppe mit dem Internet aufgewachsen ist, verhält sie sich im Netz also anders als im realen Leben. Das Internet wurde nicht einfach in den Alltag integriert, vielmehr bauen sich die Nutzer online eine zweite Identität auf.

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