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Offizielle Reaktion von S.A.D.

02.03.2004 | 16:00 Uhr | Panagiotis Kolokythas

S.A.D. bestätigt in einer offiziellen Erklärung, dass das Verbot für "CopyCount" endgültig sei und begründet die Zurücknahme des Widerspruchs gegen die einstweilige Verfügung damit, dass das Gericht den Streitwert zu hoch angesetzt habe.

Das Gericht hatte dem Unternehmen signalisiert, dass der Streitwert bei einer Million Euro liege und sich auch im weiteren Verlauf der Verhandlung nicht senken würde. Daher "mussten wir klein bei geben. Das übersteigt unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten", so S.A.D.-Sprecher Robert Knapp.

Die weitere S.A.D.-Erklärung im Wortlaut:

"Anstatt sich, wie andere Unternehmen der Recordingindustrie, auf kostenlose inoffizielle Zusatzprogramme im Internet zu verlassen, hatte S.A.D. sich einer möglichen juristischen Auseinandersetzung gestellt und seinen CopyCount Patch sogar per Pressemitteilung angekündigt. Ein Rechtsgutachten und ein eingebauter Kopienzähler für die Software CopyCount sollte den Weg in ein eventuelles Hauptsacheverfahren ebnen, in dem S.A.D. die Gelegenheit bekommen sollte, beispielsweise über die Wirksamkeit angeblicher Schutzmaßnahmen wie CSS zu sprechen. Vor allem wollte S.A.D. den Weg durch die Instanzen gehen, um die Verfassungsmäßigkeit des neuen Urheberrechtsgesetzes überprüfen zu lassen. Diesen Instanzenweg hat das Landgericht München I durch seine Streitwertfestsetzung dem Unternehmen nun abgeschnitten."

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