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Oculus verkauft keine VR-Headsets mehr in Deutschland

03.09.2020 | 16:19 Uhr | Denise Bergert

Das Facebook-Tochterunternehmen Oculus hat den Verkauf seiner VR-Headsets in Deutschland gestoppt.

Der VR-Brillen-Hersteller Oculus hat den Verkauf seiner Headsets in Deutschland gestoppt. "Wir haben den Verkauf von Oculus-Hardware an Verbraucher in Deutschland wegen anstehender Gespräche mit der Regulierungsbehörde vorübergehend ausgesetzt," heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens laut der Zeitung Welt . Oculus hofft eigenen Angaben zufolge, "den Verkauf in Zukunft wieder aufnehmen zu können" . Warum Oculus den Verkauf seiner Hardware in Deutschland ausgesetzt hat, wollte Mutterkonzern Facebook auf Nachfrage von Welt nicht erklären.

Die Zeitung mutmaßt jedoch, dass hinter dem Verkaufsstopp Probleme mit den europäischen Datenschutzregelungen stecken. Stein des Anstoßes ist die Ankündigung von Oculus, dass die VR-Headsets des Unternehmens ab 2023 nur noch gekoppelt mit einem bestehenden Facebook-Account verwendet werden könnten. Wer sein Headset nach Oktober 2020 muss es bereits im Herbst zwingend mit einem Facebook-Account verbinden. Datenschützer wie der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sieht dieses Vorgehen als "äußerst problematisch" . Facebook sei laut Caspar anscheinend immer noch der Meinung, die Nutzerdaten innerhalb seiner Dienste uneingeschränkt austauschen zu können, kritisiert Caspar gegenüber Welt.

Das Verkaufsverbot der VR-Brillen in Deutschland wurde jedoch nicht durch die Behörden angeordnet. Laut Oculus habe das Unternehmen diese Maßnahme proaktiv ergriffen. Prüfen, ob die zwingende Kopplung des Facebook-Accounts mit den Oculus-Brillen zulässig ist, muss nun die Irische Datenschutzkommission. Laut Caspar kann eine Entscheidung in diesem Fall jedoch noch einige Zeit dauern.

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