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Obike: Leihfahrrad-Anbieter entfernt demolierte Räder aus München

30.04.2019 | 14:54 Uhr | Denise Bergert

Der asiatische Leihfahrrad-Anbieter Obike hat seine fahruntüchtigen und teilweise demolierten Räder aus München entfernt.

Fast ein Jahr hat es gedauert, bis die Stadtverwaltung München den asiatischen Leihfahrrad-Anbieter dazu bewegen konnte, seine teilweise demolierten und fahruntüchtigen Räder aus der Stadt zu entfernen. Der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul bestätigte in dieser Woche gegenüber der Nachrichtenagentur dpa , dass Obike seine Fahrräder in den vergangenen Monaten fast vollständig aus dem Stadtbild entfernt habe.

Obike wurde Anfang 2017 in Singapur gegründet und expandierte im Herbst des selben Jahres mit seinen preisgünstigen Leihfahrrädern auch in deutsche Städte. In München fanden sich nach dem Deutschlandstart rund 3.000 der gelben Billig-Räder. Weniger als ein Jahr später, im Juli 2018, meldete Obike in seinem Heimatland Insolvenz an. Tausende Kunden blieben auf ihren Kautionszahlungen und ihrem aufgeladenen Guthaben sitzen – und die nun herrenlosen Obike-Räder wurden für viele Städte zum Problem. Die Stadtverwaltung München versuchte eigenen Aussagen zufolge über mehrere Monate hinweg, bei Obike einen Ansprechpartner zu erreichen und die Beseitigung der Räder anzuordnen – vergeblich. Da die Räder nicht als städtisches Eigentum galten, konnten sie nicht ohne weiteres entsorgt werden. Die gelben Zweiräder wurden immer häufiger Opfer von Vandalismus und verschandelten vielerorts das Stadtbild. Aktivisten riefen gar zur Befreiung der Räder auf – mit mäßigem Erfolg.

Die Stadtverwaltung drohte Obike in diesem Jahr schließlich mit einer Beseitigungsanordnung, die laut Paul im vergangenen Monat Wirkung zeigte. Obike beauftragte eine Beseitigungsfirma, die mittlerweile rund 1.000 der gelben Räder entsorgt hat.

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