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O2 schaltet 3G-Netz früher ab als geplant: Das müssen Sie wissen

18.11.2020 | 16:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Telefónica Deutschland/O2 schaltet Ende 2021 sein 3G-/UMTS-Netz ab - und zwar früher als geplant! Wir sagen Ihnen, was Sie jetzt wissen müssen.

Telefónica Deutschland/O2 hat Details zum Umbau seines bisherigen 3G-/UMTS-Netzes auf 4G/LTE mitgeteilt. Denn O2 schaltet sein 3G-Netz ebenso wie Deutsche Telekom und Vodafone bald ab.

Bis Ende 2021 wandelt Telefónica Deutschland demnach die vorhandene 3G-Technik in seinem O2-Netz in leistungsstärkere 4G-Technik um. Dieser Umstieg würde somit ein Jahr schneller als geplant erfolgen. Denn bisher galt für O2 folgende Aussage: "O2 will sein 3G-Netz nicht später als 2022 abschalten.“ O2 hätte die 3G-Technik damit nach der ursprünglichen Planung länger als die Konkurrenten Deutsche Telekom und Vodafone unterstützt. Doch jetzt schwenkt O2 um und schaltet 3G ebenfalls früher ab.

O2 verwendet das freiwerdende Frequenzspektrum bei 2.100 MHz, das bisher für 3G genutzt wird, für den 4G/LTE-Ausbau. Die O2- Netztechniker rüsten laut Telefónica bis Jahresende 2020 erste Standorte mit 3G-Technik komplett auf 4G um, während an den anderen Standorten vorerst weiter 3G und 4G parallel genutzt werden könne. Der Großteil der Umwandlungen an den aktuell rund 18.000 Standorten mit 3G-Technik soll dann in der zweiten Jahreshälfte 2021 erfolgen. Die Mobilfunkstandorte sollen möglichst unterbrechungsfrei auf den schnelleren 4G-Mobilfunkstandard umgerüstet werden.

Kunden aller Marken von Telefónica Deutschland/O2 sollen davon profitieren, indem sie über das 4G-Netz deutlich schneller als auf 3G-Basis surfen und eine bessere Sprachqualität nutzen können. Theoretisch können die O2-Kunden sowie die Kunden der Eigen- und Partnermarken (zum Beispiel Tchibo Mobil) dann mit bis zu 225 Mbit/s an 4G-Standorten anstelle von bisher 42,2 Mbit/s über 3G surfen. Darüber hinaus liefere 4G im Vergleich zu 3G bis zu zehnmal kürzere Antwortzeiten (Latenzen).

So stellt O2 die Vorteile des Umstiegs dar.
Vergrößern So stellt O2 die Vorteile des Umstiegs dar.
© O2

Die Umstellung soll auch Energie sparen, wie Telefónica ergänzt: Durch die Umwandlung der 3G-Technik in 4G oder 5G senke Telefónica Deutschland künftig den Stromverbrauch um bis zu 90 Prozent pro transportiertem Byte.

Das müssen betroffene Kunden wissen

Neues Handy kaufen: Damit können O2-Kunden aber bereits ab Ende 2021 das 3G-Netz nicht mehr nutzen. Wer als O2-Kunde also tatsächlich noch ein altes Handy verwendet, das 4G nicht unterstützt und weiter mobil surfen möchte, muss sich ein neues Mobiltelefon anschaffen. Laut O2 sollen das derzeit knapp drei Prozent der 44 Millionen O2-Kunden sein. In unserer Kaufberatung finden Sie ein preiswertes 4G-Smartphone: Günstige Smartphones unter 300 Euro.

Eventuell helfen Ihnen auch diese beiden Kaufberatungen weiter, achten Sie aber auf den 4G-Support bei den Geräten:

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Kunden, deren mobile Datennutzung noch auf das 3G-Netz begrenzt ist, werden von Telefónica Deutschland/O2 proaktiv informiert. O2 will diesen betroffenen Kunden einen kostenlosen SIM-Karten-Tausch sowie bei Bedarf Hardware-Optionen anbieten – für letztere wird der Kunde dann aber zahlen müssen. An den Vertragsbedingungen sowie an der persönlichen Telefonnummer ändere sich durch die Umstellung nichts.

Nur telefonieren und SMS senden: Für alle Kunden, die keine mobilen Daten nutzen, ändert sich nichts. Diese können weiterhin wie gewohnt telefonieren oder Kurznachrichten (SMS) verschicken. Hierfür bleibt das bestehende 2G-Netz als gut ausgebautes Basisnetz erhalten.

Mit dieser Entscheidung von O2 ist klar: Ende 2021 gehört 3G in Deutschland der Vergangenheit an. Mobilfunkkunden hierzulande nutzen dann ausschließlich die deutlich schnelleren 4G- und 5G-Standards für mobile Anwendungen wie Social Media oder Musik- und Videostreaming. Mehr dazu lesen Sie in diesen Meldungen:

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