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Nvidia schränkt die Ethereum-Hashrate für RTX 3060 Ti, RTX 3070 & RTX 3080 GPUs ein

19.05.2021 | 11:35 Uhr | Sebastian Schenzinger

Nvidia legt die RTX 3060 Ti, RTX 3070 und RTX 3080 als "Lite Hash Rate"-Modelle neu auf, um mehr Grafikkarten in die Hände von Gamern zu bekommen.

Um den aktuellen Grafikkartenmarkt ist es katastrophal bestellt, aber es gibt ein Licht am Horizont. Nvidia hat in einem offiziellen Statement bekannt gegeben, dass ab Mitte Mai neu produzierte RTX 3060 Ti, RTX 3070 und RTX 3080 GPUs als "Lite Hash Rate" Modelle in den Markt gehen sollen und dabei auf den gleichen Ethereum-Hashrate-Limiter setzen, wie wir ihn bereits von der RTX 3060 kennen. (Die "BFGPU" GeForce RTX 3090 ist von diesen Änderungen ausgenommen.) Die Gaming-Performance soll unter den Einschränkungen nicht leiden.

"Wir glauben, dass dieser zusätzliche Schritt dabei helfen wird, mehr GeForce Grafikkarten zu niedrigeren Preisen weltweit in die Hände der Gamer zu bekommen", teilt Nvidia in dem offiziellen Statement mit. Es würde uns nicht überraschen, wenn Nvidia die meisten - wenn nicht sogar alle - neue Grafikchips mit dieser zusätzlichen Einschränkung ausliefert. "Die Software-Treiber sind darauf ausgelegt, den Algorithmus von Ethereum Mining automatisch zu erkennen, um die Hashrate respektive die Effizienz beim Mining von Kryptowährung um etwa 50 Prozent zu reduzieren", so der Wortlaut von Nvidias Matt Wuebling während der Vorstellung der neuen Technologie bei der Präsentation der RTX 3060.

Für Krypto-Miner sind das natürlich keine erfreulichen Nachrichten. Dabei sind die Krypto-Miner - sowohl Ethereum als auch Dogecoin sind derzeit am boomen - zwar ein Faktor, warum Grafikkarten derzeit ein äußerst knappes und teures Gut sind, aber bei weitem nicht der einzige Grund . Durch die Halbierung der Hashrate bei den RTX-3000-GPUs, macht Nvidia die Grafikkarten für die Miner natürlich deutlich unattraktiver - das setzt aber voraus, dass Nvidia seinen eigenen Mining-Schutz nicht erneut durch Beta-Treiber aushebelt.

Die Nvidia GeForce RTX 3060 war die erste Grafikkarte mit einem Limiter für Ethereum-Mining.
Vergrößern Die Nvidia GeForce RTX 3060 war die erste Grafikkarte mit einem Limiter für Ethereum-Mining.
© Nvidia

Natürlich ist es wichtig, dass Nvidia die entsprechenden neuen Grafikkarten auch kennzeichnet, damit Käufer genau wissen, was sie schlussendlich erwerben. "Da diese GPUs ursprünglich mit ihrer vollen Hashrate an den Markt gegangen sind, wollen wir sicherstellen, dass die Kunden genau wissen, was sie erhalten, wenn sie sich für ein GeForce Produkt entscheiden", führt Nvidias Statement weiter aus. "Um [den Kunden] bei der Auswahl zu helfen, versehen unsere GeForce Boardpartner die RTX 3080 , RTX 3070 und RTX 3060 Ti Grafikkarten mit einem "Lite Hash Rate" oder "LHR" Label. Das Label soll sowohl in den Retail-Produktlisten als auch auf der Verpackung erkenntlich sein. Die reduzierte Hashrate greift nur bei neu hergestellten Grafikkarten mit LHR Label und wirkt sich nicht auf bereits erworbene Produkte aus."

Aber wie wir auch bereits zum Release der RTX 3060 gesagt haben: Erwarten Sie keine Wunder. Die Nachfrage nach Grafikkarten wird nach wie vor sehr hoch bleiben, die Halbierung der Hashrate gilt nur für Ethereum und Miner könnten es schaffen, diese Sperre zu umgehen - notfalls auch wieder mit der Hilfe von Nvidia selbst.

Ob Nvidias Schritt wirklich dabei helfen wird, mehr Grafikkarten in die Hände von Gamern zu bringen, bleibt abzuwarten, wir bleiben da erst einmal skeptisch. Miner werden ziemlich sicher eine Möglichkeit finden, die Sperre zu umgehen, auf eine andere Kryptowährung umsteigen oder eben GeForce und Radeon GPUs ohne Hashraten-Limitierung kaufen. 

Dieser Artikel erschien zuerst bei unseren englischsprachigen Kollegen der PCWorld .

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